Am östlichen Ende der Brühlschen Terrasse, am Tzschirnerplatz in Dresden, steht das Albertinum als Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und beherbergt heute die Galerie Neue Meister sowie die Skulpturensammlung ab 1800.
Das Gebäude geht in seiner Substanz auf ein Zeughaus aus der Renaissance zurück, das in der Mitte des 16. Jahrhunderts im Zuge der Stadterweiterung errichtet wurde. Im Lauf der Jahrhunderte unterlag es mehreren Umgestaltungen, erhielt im 18. Jahrhundert eine zurückhaltend barocke Fassade und verlor nach Fertigstellung eines neuen Arsenals seine militärische Funktion. Ende des 19. Jahrhunderts entschied das sächsische Parlament, das Ensemble zu einem Museum umzubauen; das Haus wurde mit Sandsteinfassaden im Stil der italienischen Hochrenaissance ausgestattet und erhielt zu Ehren König Alberts seinen heutigen Namen. Vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Sammlung zu einer international beachteten Institution für die Geschichte der Plastik; bei der Bombardierung Dresdens 1945 wurde das Gebäude schwer beschädigt, Innenräume und Sammlungen litten, viele Werke wurden vorübergehend ins Ausland verbracht und später zurückgeführt. In der Nachkriegszeit wurde das Albertinum instand gesetzt und zeitweise als Ausweichstandort für mehrere bedeutende Dresdner Sammlungen genutzt. Anfang des 21. Jahrhunderts erfolgte ein umfassender Umbau: Im ehemaligen Innenhof spannt nun eine hohe stählerne Fachwerkkonstruktion neue Räume und schafft zusätzliche, hochwassergeschützte Depots und Werkstätten, während das historische Bauwerk in seiner Substanz bewahrt blieb.
Seit der Wiedereröffnung präsentiert sich das Albertinum als Museum der modernen und zeitgenössischen Kunst mit Schwerpunkt auf 19., 20. und 21. Jahrhundert. Die Galerie Neue Meister zeigt einen chronologischen Rundgang von der Frühromantik über Impressionismus und Expressionismus bis zu Gegenwartspositionen; bedeutende Präsentationen widmen sich etwa Caspar David Friedrich, Monet, Degas, Otto Dix und Gerhard Richter. Die Skulpturensammlung ab 1800 im Erdgeschoss dokumentiert Bildhauerei seit dem 19. Jahrhundert, beginnt mit Auguste Rodin und bezieht ausdrücklich die Bildhauerei der DDR ein. Gläserne Schaudepots machen bislang kaum gezeigte Bestandsstücke zugänglich, darunter eine über fünf Meter hohe Statue nach Michelangelos David.