Mitten in Quedlinburg befindet sich das Museum Lyonel Feininger, früher unter dem Namen Lyonel-Feininger-Galerie geführt. Es präsentiert eine konzentrierte Sammlung zu Leben und Werk des Künstlers und nimmt in der regionalen Museumslandschaft eine bedeutende Stellung ein.
Der Standort liegt nahe Schloss Quedlinburg; 1997 wurde im Innenhof gegenüber dem Schloss ein Neubau mit zusätzlicher Ausstellungsfläche errichtet. Der Haupteingang befindet sich am Finkenherd, ein zweiter Zugang liegt neben dem Klopstockhaus am Schloßberg. Die Sammlung ist als bewegliches Kulturdenkmal unter der Erfassungsnummer 094 21194 im örtlichen Denkmalverzeichnis verzeichnet.
Das Haus wurde 1986 eröffnet und gehört seit 2006 zur Trägerschaft der Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in Halle. Bereits 2003 wurde es im Blaubuch als Kultureller Gedächtnisort geführt; seit 2014 ist es Teil der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Die Sammlung beruht auf Werken, die ein ehemaliger Bauhausschüler vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrte. In ihrer Geschlossenheit zählt der Bestand zu den weltweit umfangreichsten Konvoluten von Grafiken, Radierungen, Lithografien und Holzschnitten Feiningers und ist das einzige Museum, das ausschließlich seinem Werk gewidmet ist. Die Bestände dokumentieren Feiningers Schaffensphasen in Deutschland von den 1890er Jahren bis 1937.
Ergänzt wird die Sammlung durch Arbeiten von Lovis Corinth, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Emil Nolde sowie seit 2005 durch Dauerleihgaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. 2019 erweiterte die unselbständige Stiftung Lyonel Feininger Sammlung Armin Rühl die Bestände um frühe Karikaturen und Comiczeichnungen aus den 1890er Jahren und den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Aus konservatorischen Gründen werden lichtempfindliche Papierarbeiten nur in wechselnden Präsentationen gezeigt.
Seit 2014 richtet das Museum zudem einen Schwerpunkt auf grafische Künste. Im April 2022 wurde eine neue Dauerausstellung eröffnet, die einen Überblick über Feiningers Werk als Karikaturist, Grafiker, Maler, Bauhausmeister und Fotograf gibt; auch die Künstlerfamilie und die Museums-geschichte werden darin thematisiert. Finanziell wird das Haus von kommunalen Zuschüssen sowie der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt getragen; aktuelle Vereinbarungen regeln die schrittweise Anpassung der städtischen und kreislichen Beiträge bis 2026.