Alte Nationalgalerie

Bodestraße 1-3, 10178 Berlin, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Bodestraße 1-3
PLZ/Ort
10178 Berlin
Land
Deutschland
Telefon
030 266424242
Fax
-

Web
http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/alte-nationalgalerie/home.html

Beschreibung

Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und präsentiert die Kunst des 19. Jahrhunderts im historischen Ensemble der Insel.

Das Museum steht im östlichen Inselteil, zwischen den Gleisen der Berliner Stadtbahn und der Bodestraße; westlich schließt sich das Pergamon-Museum an, südlich das Neue und das Alte Museum sowie der Berliner Dom. Die monumentale Freitreppe mit dem bronzenen Reiterstandbild Friedrich Wilhelms IV. und den allegorischen Sockelfiguren ist ein prägnantes außenbildendes Element.

Auf königlichen Auftrag begannen Planungen 1862, die Baustelle wurde in den 1860er Jahren vorbereitet, die Grundsteinlegung erfolgte 1867 und nach Fertigstellung des Dachstuhls 1872 wurde das Haus 1876 eröffnet. Die Architektur verbindet giebelförmige Tempelfronten, ein repräsentatives Treppenhaus und eine Apsis – eine symbolische Synthese von Nation, Geschichte und Kunst. Fassaden- und Kolonnadenmaterial stammen aus regionalen Sandsteinen; stilistisch steht das Gebäude zwischen Spätklassizismus und beginnender Neorenaissance. Außen blieb das Erscheinungsbild weitgehend original, die Innenräume wurden jedoch mehrfach für Ausstellungszwecke überarbeitet.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Gebäude schwere Schäden; ab Mitte der 1940er Jahre begannen Bergungs- und Wiederaufbauarbeiten, eine teilöffentliche Wiedereröffnung erfolgte 1949, grundlegende Restaurierungen dauerten bis in die 1960er Jahre. Durch die politische Teilung Berlins wurde die Sammlung getrennt und zeitweise in West-Berlin gezeigt; nach der Wiedervereinigung kehrten die Werke des 19. Jahrhunderts auf die Museumsinsel zurück. Eine umfassende Sanierung in den 1990er Jahren führte zur Wiedereröffnung des Hauses Ende 2001. 2019 besuchten die Alte Nationalgalerie rund 376.000 Personen.

Die Sammlung zeigt auf mehreren Ebenen zentrale Positionen des 19. Jahrhunderts: Im Erdgeschoss stehen klassizistische Skulpturen wie die Prinzessinnengruppe und Wege des Realismus mit Plastiken und Gemälden von nationalen und europäischen Vertretern; hier sind auch bedeutende Arbeiten Adolph Menzels zu sehen. Das zweite Geschoss widmet sich Romantik, Realismus und Impressionismus mit Werken von Carl Spitzweg, Arnold Böcklin, Édouard Manet, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Edgar Degas, Paul Cézanne sowie deutschen Impressionisten und Skulpturen von Auguste Rodin. Im oberen Geschoss werden Goethezeit und Romantik mit Gemälden von Caspar David Friedrich, Karl Friedrich Schinkel sowie Nazarenern präsentiert; eine marmorne Grabplastik von Johann Gottfried Schadow ist als Dauerleihgabe ausgestellt. 2024 gelang der Erwerb von Camille Claudels L’Implorante, die als zentraler Bestandteil einer für 2025 geplanten Ausstellung vorgesehen ist.

Seit 2015 existiert das Vermittlungsprojekt „Multaka – Treffpunkt Museum“; seit Ende 2023 ist die Alte Nationalgalerie daran beteiligt und bietet interkulturelle Führungen für Arabisch- und Persischsprachige an.

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