Im Kunstareal München präsentiert die Alte Pinakothek als Museum der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen eine umfangreiche Auswahl europäischer Malerei vom Mittelalter bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Gegenüber liegt die Neue Pinakothek; zusammen mit der Pinakothek der Moderne, dem Museum Brandhorst, dem Türkentor und weiteren Institutionen bildet sie das städtische Kunstareal.
Die Sammlung reicht historisch zurück bis in das 16. Jahrhundert, als kurfürstliche Sammlungen in verschiedene Residenzen zusammengetragen wurden. Über mehrere Generationen erwarben und tauschten die Wittelsbacher Werke aus Norditalien, den Niederlanden und Deutschland; dabei flossen bedeutende Bestände aus Mannheimer, Zweibrücker und Düsseldorfer Sammlungen ein. Verlust und Rückkehr von Bildern prägten die Sammlung ebenso wie der Erwerb großformatiger Altmeisterwerke und die Eingliederung sakraler Gemälde nach der Säkularisation. Königliche Ankaufskampagnen des 19. Jahrhunderts führten zur Erwerbung prominenter Kollektionen und zur Eröffnung des Hauses im Jahr 1836; mit Eröffnung der Neuen Pinakothek 1853 erhielt das Haus die heutige Bezeichnung.
Das klassizistische Gebäude entstand 1826–1836 und gehörte zu den fortschrittlichsten Museumsbauten seiner Zeit; es war speziell für die Präsentation von Gemälden konzipiert und setzte Maßstäbe für Galerien in Europa. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile stark beschädigt; in den 1950er-Jahren erfolgte ein Wiederaufbau in veränderter Form, der die Spuren der Zerstörung bewusst sichtbar ließ. Eine Generalsanierung und sukzessive Renovierungen sicherten die Substanz und die Ausstellungsräume.
Heute sind dauerhaft mehr als 700 Werke in rund 19 Sälen und 47 Kabinetten zu sehen. Die Sammlung umfasst herausragende Bestände altdeutscher, altniederländischer, flämischer, holländischer Barock- und italienischer Renaissance- sowie Barockmalerei. Besonders bedeutend ist die Rubens-Sammlung mit zahlreichen Meisterwerken; zudem zählen Gemälde von Dürer, Rembrandt, Leonardo, Raffael, Tizian, Brueghel, Botticelli und vielen anderen zu den Kernstücken der Ausstellung.