In Hitzacker (Niedersachsen) vermittelt das Archäologische Zentrum Hitzacker anschaulich, wie Menschen in der Bronzezeit lebten und siedelten. Das Freilichtmuseum konzentriert sich auf die Rekonstruktion bronzezeitlicher Lebenswelten und bietet dazu praktische Einblicke.
Auf einer Fläche von 15.000 m² sind 40 archäologische Stationen angelegt. Zu den rekonstruierten Bauten gehören drei Wohnstallhäuser (Langhäuser), eine Totenhütte und ein Grubenhaus, die auf den lokalen Fundbefunden beruhen. Ergänzt werden diese Gebäude durch nachgebaute Einrichtungen des häuslichen und handwerklichen Alltags. In einem der Langhäuser ist eine Ausstellung zu zentralen Lebensbereichen der Bronzezeit vor etwa 3.000 Jahren zu sehen. Eine im Jahr 2008 abgebrannte, stehengebliebene Ruine eines weiteren Langhauses dient als Forschungsobjekt, um zu untersuchen, welche Spuren nach natürlicher Zerstörung für archäologische Ausgrabungen verbleiben.
Die Entstehung des Museums geht auf Funde zurück, die 1969 bei Bauarbeiten am Hitzacker See entdeckt wurden (Keramikscherben und Hausgrundrisse). In den 1970er- und 1980er-Jahren führten geplante Grabungen auf dem Areal zu weiteren Befunden; damals setzte die Untersuchung ein, weil der Ausbau des Sees und einer Bundesstraße die Bodendenkmäler gefährdete. Die Grabungsergebnisse zeigten eine dichte Besiedlung des Geländes von der Jungsteinzeit (etwa ab 2.200 v. Chr.) bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. sowie eine erneute Besiedlung in slawischer Zeit ab dem 8. Jahrhundert nach Christus. 1990 wurde das Archäologische Zentrum Hitzacker als Freilichtmuseum gegründet und das umliegende Gelände (16 Hektar) als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen. Das Museum wurde zunächst von der zuständigen Kreisarchäologie und einem Förderverein betreut; seit 2006 liegt die Trägerschaft bei der Stadt Hitzacker (Elbe). Die Samtgemeinde Elbtalaue erkennt das Freilichtmuseum als Ort für standesamtliche Trauungen an, die vom Museum mit einem Rahmenprogramm begleitet werden.
Das Zentrum bietet zudem zahlreiche handwerkliche Demonstrationen und Mitmachangebote: Feuersteinbearbeitung, Bronzeguss, Brotbacken, Feuerschlagen, Spinnen und Weben, einen Töpferofen, die Herstellung und Nutzung von Pech sowie Methoden zur Lagerung und Haltbarmachung von Lebensmitteln wie Vorratsgruben und Räuchern.