Bayerisches Eisenbahnmuseum

Am Hohen Weg 6a, 86720 Nördlingen, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Am Hohen Weg 6a
PLZ/Ort
86720 Nördlingen
Land
Deutschland
Telefon
+49 9081 24309
Web
https://www.bayerisches-eisenbahnmuseum.de/

Beschreibung

In Nördlingen bewahrt das Bayerische Eisenbahnmuseum auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Nördlingen eine umfangreiche Sammlung historischer Eisenbahnfahrzeuge und betrieblich geprägter Anlagen. Mit über zweihundert Originalfahrzeugen gehört das Museum zu den größten privaten Eisenbahnsammlungen Süddeutschlands. Auf rund 3,5 Hektar sind die Gebäude des früheren Betriebswerks weitgehend erhalten oder wieder aufgebaut: ein 15-ständiger Lokschuppen mit Drehscheibe, die frühere Triebwagenhalle, ein funktionsfähiger Wasserturm, das ehemalige Verwaltungsgebäude, Werkstätten, Lokbehandlungsanlagen und umfangreiche Abstellgleise. Ergänzend lagern zahlreiche Objekte, die noch restauriert werden müssen. Träger ist ein gleichnamiger Verein; die Finanzierung erfolgt überwiegend über Mitgliedsbeiträge, Eintrittsgelder, Spenden sowie Einnahmen aus Fahrten und Veranstaltungen, ergänzt durch projektbezogene Sponsorenmittel.

Die Wurzeln der Anlage reichen bis zum Bau der Ludwig-Süd-Nord-Bahn 1848/49 zurück, als in Nördlingen eine Werkstätte für Lokomotiven und Wagen entstand. Bauteile aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sind noch erkennbar, ebenso Bausubstanz und Grundrisse aus den 1930er Jahren; größere Zerstörungen durch Luftangriffe 1944/45 führten zu umfassenden Wiederaufbauten und Modernisierungen bis 1949. In den folgenden Jahrzehnten veränderte sich die betrieblich geprägte Nutzung: nach 1966 endete die planmäßige Beheimatung von Dampflokomotiven, die Elektrifizierung benachbarter Strecken trug zur Schließung des Betriebswerks als eigenständiger Dienststelle 1982 bei, 1985 wurde der letzte betriebliche Restbetrieb eingestellt.

Das Museumsprogramm zeigt ein Betriebswerk der 1950er Jahre und legt besonderen Wert auf betriebsfähige Fahrzeuge. Auf den Strecken Nördlingen–Gunzenhausen sowie Nördlingen–Feuchtwangen (Endbahnhof Dombühl) werden historische Zugzusammenstellungen im realen Verkehr eingesetzt; teilweise verkehren Maschinen auch auf Abschnitten der Bahnstrecke Augsburg–Nördlingen bis Donauwörth (elektrische Oberleitung 15 kV, 16 2/3 Hz). Technisch geprüfte Vereinsmitglieder betreiben die eingesetzten Fahrzeuge; durch betriebsfähige Schnellzuglokomotiven sind Sonder- und Fernfahrten möglich. Die betrieblichen Abläufe führen zu unvermeidbaren Emissionen wie Ruß und Kondenswasser an dampfbetriebenen Fahrzeugen. Eine Jugendgruppe beteiligt sich aktiv an der Aufarbeitung von Exponaten.

Als operative Basis dient die BayernBahn GmbH, eine Tochtergesellschaft des Vereins, die historische Verkehrsdienste auf eigenen und gepachteten Strecken betreibt und darüber hinaus Werkstattleistungen sowie Güter- und Sonderverkehre anbietet. Das betriebsfähige Fahrzeugspektrum umfasst zahlreiche Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven; namentlich betriebsfähige Dampflokomotiven sind etwa 01 066, 01 180, 52 8168 und 50 4073, zu den Diesel- und Schienenfahrzeugen zählen unter anderem VT98-Schienenbusse (9522/998 724) sowie V 100- und V 60-Lokomotiven, bei den Elektrolokomotiven sind u. a. E 63 02, E 94 192 und mehrere Baureihen 139, 140 und 151 vertreten. In Aufarbeitung befindet sich die Dampflok 64 520 (Baujahr 1941).

Ort auf der Karte

Weitere Museen in der Nähe