In Bensberg, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach, vermittelt das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe die regionale Alltags- und Wirtschaftsgeschichte. Im Zentrum stehen der frühere Erzbergbau im Bensberger Erzrevier sowie die handwerklich-ländlichen Lebensformen der Bevölkerung mit Schwerpunkt auf dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Träger des Museums ist die Stadt Bergisch Gladbach.
Die Entstehung des Museums reicht in die späten 1920er Jahre zurück: 1927 wurde die Gründung beschlossen, bereits ein Jahr später konnte die Sammlung im ehemaligen Waschsaal des Schlosses Bensberg der Öffentlichkeit übergeben werden. Ende der 1920er Jahre entstand in einem nahegelegenen, zuvor als Gefängnis genutzten Haus am Burggraben ein Schau-Bergwerk, in das nach und nach Teile der Ausstellung verlegt wurden; das Ensemble war fortan als Heimatmuseum Bensberg bekannt. Ein Brand im Jahr 1952 zerstörte den Vortragssaal mit lokalhistorischen Bildern und barockem Inventar. Nach konzeptionellen und baulichen Überarbeitungen wurde das erneuerte Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe 1981 der Öffentlichkeit präsentiert.
Das Haupthaus Burggraben 17–21 ist als Baudenkmal verzeichnet und gehört zum historischen Kesselshof, dessen älteste Teile um 1500 entstanden sind. Zum Museumsensemble zählen außerdem das Bruchsteinhaus mit Fachwerkgiebel sowie die historischen Fachwerkhäuser Burggraben 9–13, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen.
Die Dauerausstellung zeigt Bergbaugeschichte, Fachwerkarchitektur, häusliches Leben und traditionelle Textilherstellung. Ergänzt wird sie durch Werkstätten und Wirtschaftsgebäude: Kupferschmiede, Bandweberei, Lederverarbeitung, Hammerwerk, Kettenschmiede, Stellmacherei, Schmiede, ein Handwerkerwohnhaus, Scheune und Backhaus. Zur Einrichtung gehört zudem eine Museumsschule als Dependence des Schulmuseums Bergisch Gladbach – Sammlung Cüppers.