Das Archäologische Museum Hamburg betreibt die Außenstelle Bischofsturm (auch Bischofsburg), in der ein ringförmiges Turmfundament aus dem 12. Jahrhundert präsentiert wird; der äußere Durchmesser des Steinkreises beträgt 19 Meter. Die erhaltenen Relikte zählen zu den frühesten Zeugnissen eines steinernen Bauwerks in der historischen Altstadt.
Der Standort befindet sich an der Kreuzung Kreuslerstraße/Ecke Speersort, unweit des Hammaburg-Platzes und der St.-Petri-Kirche. Die Fundstelle liegt auf einer Geesthöhe, an der die erste Besiedlung Hamburgs nachgewiesen ist; eine hier verlaufende Steinstraße markiert den Verlauf eines alten Handelswegs und gilt als die älteste Verkehrsachse der Stadt.
Bei Ausschachtungen für das St.-Petri-Gemeindezentrum im August 1962 traten die unter Straßeniveau liegenden Steinlagen zutage. Nach ersten Untersuchungen wurden die Überreste lange Zeit als das in der Chronik von Adam von Bremen (1074) erwähnte steinerne Haus des Erzbischofs Bezelin-Alebrand interpretiert. Weitere Grabungen des Archäologischen Museum Hamburg und Funde aus der Umgebung führten 2008 zu einer Neubewertung: Die Relikte datieren wahrscheinlich ins 12. Jahrhundert und gehören eher zu einer Befestigungsanlage. Befunde zeigen, dass der Turm gleichzeitig mit einem vorgelegten Graben existierte und direkt hinter dem Heidenwall lag; daraus ergibt sich die mögliche Deutung als Toranlage, etwa Marien- oder Schultor.
Baulich besteht das Fundament aus einem Kreisfeld aus Findlingen mit einem äußeren Durchmesser von 19 Metern und einem inneren von 11 Metern; viele der Steine messen rund einen Meter oder mehr. An der Westseite liegt ein gemauerter Brunnenschacht von etwa 4 Metern Tiefe und rund 4,4 Metern Durchmesser, aufgebaut aus Feldsteinen mit Durchmessern um 50 Zentimeter.
Die freigelegten Fundamente sind im neu gestalteten Schauraum der Außenstelle im Untergeschoss des Geschäftshauses St. Petri-Hof dauerhaft zugänglich. Der Steinkreis ist durch die Glasfassade auch vom Straßenraum einsehbar; innerhalb des erhaltenen Ringbereichs wurde eine Präsentation eingerichtet, die den archäologischen Befund erläutert und den Bezug zur frühen Stadtentwicklung Hamburgs vermittelt.