Im Berliner Ortsteil Charlottenburg präsentiert das Bröhan-Museum – Berliner Landesmuseum für Jugendstil, Art déco und Funktionalismus – seine Sammlungsschwerpunkte in historisch eingebetteten Räumen des Schlossensembles.
Benannt nach dem Sammler Karl H. Bröhan, beruht die Sammlung auf einer langjährigen Privatsammlung, die der Stifter anlässlich seines 60. Geburtstags dem Land Berlin übergab. Die heutigen Ausstellungsräume in der Schloßstraße 1a, ein ehemals für ein Garderegiment errichtetes Kasernengebäude, wurden 1983 bezogen; 1994 erhielt das Haus den Status eines Landesmuseums. Die frühen Porzellansammlungen des Gründers bildeten zugleich den Kernbestand der Porzellansammlung des Belvedere im Schlosspark Charlottenburg.
Der Bestand konzentriert sich auf Objekte vom späten 19. Jahrhundert bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Zentral sind der internationale Jugendstil, das französisch geprägte Art déco, der Funktionalismus sowie Werke der Berliner Secession. Gezeigt werden Möbel, Porzellan, Glas, Keramik, Metallarbeiten, Lichtkunst und Textilien ebenso wie Grafik, Gemälde und Skulpturen.
Die Jugendstilsammlung dokumentiert verschiedene nationale Ausprägungen – von der britischen Arts and Crafts-Bewegung über französisches Art nouveau bis zur Wiener Secession – und umfasst bedeutende Glas- und Porzellanensembles. Das Art déco ist unter anderem durch französische Möbelensembles und Metallarbeiten vertreten; der Funktionalismus verbindet Übergänge zum modernen Industriedesign mit Stücken aus dem Umfeld des Deutschen Werkbunds und Projekten wie dem „Neuen Frankfurt“. Die Sammlung zur Berliner Secession ermöglicht die Nachzeichnung der Entwicklung von Impressionismus und Symbolismus hin zum Expressionismus.
Das Museum betreibt Provenienzforschung im Sinne der Washingtoner Erklärung, um Herkunftswege seiner Objekte zu klären und gegebenenfalls Verfolgungsverluste aufzuarbeiten. Wissenschaftliche Kataloge und Bestandsverzeichnisse dokumentieren die Sammlungsarbeit und ergänzen das Ausstellungsprogramm.