Im nördlichen Bereich der Altstadt von Neustadt an der Aisch sind die Museen im Alten Schloss untergebracht; sie versammeln mehrere thematisch unterschiedliche Einrichtungen unter einem Dach. Zu den Häusern im Alten Schloss gehören das Aischgründer Karpfenmuseum, das Markgrafenmuseum und die KinderSpielWelten sowie ein öffentliches Schaudepot.
Die Museumsarbeit geht auf ein 1960 eröffnetes Heimatmuseum zurück, das in Räumen des Alten Schlosses archäologische Funde, Mineralien und Exponate zu Schule, Kirche, Landwirtschaft, Handwerk und Wohnen zeigte. Nach notwendigen Renovierungen des Schlosses und einem deutlichen Besucherrückgang gegen Ende der 1990er Jahre wurde das Konzept grundlegend überarbeitet. Die heimatkundliche Dauerausstellung wurde nicht wieder in ursprünglicher Form aufgebaut; stattdessen entstanden drei spezialisierte Museen und ein Schaudepot.
Das Aischgründer Karpfenmuseum, eröffnet am 22. Mai 2008, widmet sich der über 1.250-jährigen Geschichte der Kulturlandschaft des mittleren Aischgrundes. Das wasserreiche Gebiet am Südrand des Steigerwaldes ist als Teichlandschaft ausgeprägt: weit über 5.000 Teiche mit einer Gesamtfläche von rund 3.500 Hektar dienen der Zucht des Aischgründer Spiegelkarpfens. Zahlreiche Objekte und Multimedia-Stationen erläutern Teichwirtschaft, Arbeiten der Teichwirte, Flora und Fauna, Karpfenzucht und ökologische Zusammenhänge. Eine Abteilung zeigt Aspekte der regionalen Küche; Brauchtum und Kunstbezüge kommen ebenfalls zur Sprache. In einem großen Aquarium sind lebende Karpfen zu sehen.
Das Markgrafenmuseum beleuchtet die regionale Geschichte unter den Markgrafen des Hauses Hohenzollern und die Entwicklung der Stadt Neustadt an der Aisch vom Markt zum urbanen Zentrum. Die Ausstellung verfolgt den Aufstieg der Hohenzollern von Nürnberger Burggrafen zu Markgrafen, Kurfürsten und Königen und die Herausbildung der fränkischen Linien Brandenburg-Ansbach sowie Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth. Eine spezielle Abteilung informiert über die Feldgeschworenen und das traditionelle Ehrenamt der Siebener.
Die KinderSpielWelten im Torhaus präsentieren historische Puppen, Puppenhäuser, Puppenküchen und Kaufläden und bieten Einblicke in Spielgewohnheiten vergangener Zeiten. Das Schaudepot macht seit 2020 Teile der ursprünglich heimatkundlichen Sammlung wieder öffentlich zugänglich und gewährt zudem Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen eines Museums.