Auf einer ehemaligen Bergehalde der Zeche Zollverein im Essener Stadtteil Stoppenberg präsentiert der Skulpturenpark Zollverein Arbeiten des Bildhauers Ulrich Rückriem. Der Park wurde 1991 im Vorfeld der für 1992 geplanten documenta IX angelegt und befindet sich auf einer seit 1986 stillgelegten, nur wenige Meter hohen Halde zwischen Schacht XII und der Kokerei.
Rückriem schuf sechs Skulpturen, die sich aus insgesamt 24 einzelnen Steinblöcken zusammensetzen. Mit der Anlage des Skulpturenparks wurde erstmals ein Teil der documenta an einen externen Standort verlagert. In den Folgejahren nutzte der Künstler für fünf Jahre eine nahegelegene Halle der Zentralwerkstatt als Atelier.
Im Zentrum des Geländes steht die Skulptur Castell: aus mannshohen, tonnenschweren Granitblöcken geformt, erzeugt sie einen in sich geschlossenen, meditativen Innenraum, der nur durch schmale Öffnungen an den Seiten erschlossen wird. Weitere Granitarbeiten verteilen sich im Birken- und Robinienbestand der Halde; einige stehen offen, andere liegen im Dickicht verborgen. Die Kante der Halde ist durch zusätzliche Granitblöcke akzentuiert.
Der gesamte Standort gehört zum Industriedenkmal Zeche Zollverein in Essen, das seit 2001 zum UNESCO‑Welterbe zählt. Im Jahr 2010 fungierte die Zeche als kulturelles Zentrum der RUHR.2010. Die Halde mit dem Skulpturenpark befindet sich im Zuständigkeitsbereich der Stiftung Zollverein, die für Betrieb und Erhalt sorgt.