Im Fuldaer Stadtteil Neuenberg nimmt das Deutsche Feuerwehr-Museum die Geschichte des Feuerlöschwesens in Deutschland in den Blick. Auf einer Ausstellungsfläche von 1.600 m² werden technische Entwicklungen ebenso wie kulturelle und soziale Aspekte der Brandbekämpfung präsentiert.
Träger des Hauses ist der Verein Deutsches Feuerwehr-Museum Fulda e. V. Gegründet wurde der Verein am 9. Juni 1963; 1988 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort. Die Ausstellung spannt einen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart und gliedert sich thematisch: Halle I widmet sich überwiegend den Jahrhunderten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, Halle II dokumentiert die Entwicklungen seit dem 20. Jahrhundert. Vor dem Eingang lädt ein kleiner Garten mit ausgewählten, feurerelevanten Pflanzen zur Orientierung ein. Hinweistafeln an der Bundesautobahn 7 informieren Besucherinnen und Besucher bereits auf der Anreise.
Zu den Exponaten zählen frühe Löschgeräte wie Ledereimer, verzierte Handdruckspritzen aus Barock und Klassizismus sowie die älteste erhaltene fahrbare Handdruckspritze von 1624. Prägnante Großobjekte sind die älteste bekannte pferdegezogene Drehleiter von 1808, eine funktionsfähige Dampfspritze aus 1903 und die erste elektroautomobile Drehleiter aus demselben Jahr. Objektgruppen reichen von Autospritzen der 1920er Jahre bis zu zahlreichen Feuerwehrfahrzeugen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, darunter Exemplare von Magirus, Magirus‑Deutz, Hanomag‑Henschel, MAN und Mercedes‑Benz; außerdem ist ein DKW Munga des Technischen Hilfswerks zu sehen. Große Fahrzeuge sind in Gruben angeordnet und von erhöhten Besucherwegen umschlossen, so dass auch Kinder und Menschen im Rollstuhl gute Sicht haben.
Das Museum verbindet Technikgeschichte mit Fragen des Brandschutzes und der sozialen Eingliederung dieser Technik. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Steirischen Feuerwehrmuseum Groß Sankt Florian, dem Oberösterreichischen Feuerwehrmuseum St. Florian und der Vorarlberger Museumswelt Frastanz wurde das FIAS (Feuerwehrhistorisches Inventarisierungs- und Archivierungs-System) entwickelt. Das Haus verzeichnet jährlich rund 25.000 Besucherinnen und Besucher.