Im Herzen Frankfurts ergänzt das Deutsche Romantik-Museum seit seiner Eröffnung am 14. September 2021 das kulturelle Angebot der Stadt und zeigt die umfangreiche Sammlung an Handschriften, Briefen und Gemälden zur deutschen Romantik, die das Freie Deutsche Hochstift seit 1911 zusammenstellt. Der Museumsbau ist Teil des Komplexes Goethehöfe und wurde neben dem Goethe-Haus am Großen Hirschgraben 17–21 errichtet; bis 2012 befand sich an dieser Stelle der Sitz des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Erste Vorschläge für ein Museum zur Romantik gehen bereits auf den langjährigen Leiter des Hochstifts zurück, der die Bestände begründete. Das ursprünglich vorgesehene Ausstellungsgebäude, das Stammhaus der Familie Brentano in der Großen Sandgasse, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Mit dem Auszug des Börsenvereins eröffnete sich die Möglichkeit, das freiwerdende Grundstück für das Romantik-Museum zu nutzen und das Goethe-Haus zu integrieren. Nachdem die Stadt 2013 überraschend als Geldgeber wegfiel, unterstützte ein privater Beitrag den Anbau; die Baukosten beliefen sich insgesamt auf 16 Millionen Euro, davon acht Millionen als Zuschüsse von Land und Bund und acht Millionen, die das Hochstift selbst aufbringen musste.
Ein 2013 ausgelobter Architektenwettbewerb brachte mehrere Entwürfe hervor; 2014 empfahl die Jury Überarbeitungen und entschied schließlich einstimmig für eine kombinierte Planung zweier Beiträge. Der Spatenstich erfolgte am 13. Juni 2016, das Richtfest am 11. September 2017. Das Projekt umfasst neben dem Museum eine innerstädtische Wohnanlage, einen großzügigen Hof sowie eine Spielstätte für die Fliegenden Volksbühne. Die Eröffnung verschob sich aufgrund unerwarteter Abrissprobleme und der Insolvenz zweier beteiligter Baufirmen vom ursprünglich geplanten Termin auf September 2021; zur Eröffnung wurde die Fassade mit einer Lichtprojektion inszeniert. Zu den dauerhaft gezeigten Werken zählen Gemälde von Caspar David Friedrich, darunter Der Abendstern. Im neugestalteten Innenhof ist ein Garten angelegt.
Die Architektur ist stark auf den Schutz und die Präsentation der Objekte ausgerichtet. Die straßenseitige Gliederung liest sich kleinteilig und vermittelt das Bild dreier Häuser mit vertikaler Fassadengliederung und unterschiedlichen Eingängen, um das benachbarte Goethe-Haus zu betonen. Fenster sind aus konservatorischen Gründen sparsam gesetzt. Im Inneren führt eine perspektivisch verlängerte Haupttreppe, die sogenannte Himmelstreppe, zu den oberen Ausstellungsetagen; ein blauer Erker nahe dem Goethe-Haus verweist als Symbol auf die Blaue Blume der Romantik.