In Ruhlsdorf, einem Ortsteil von Teltow in Brandenburg, nimmt das Deutsche Schweinemuseum eine besondere Rolle unter den Landwirtschaftsmuseen ein und richtet seinen Fokus auf das Schwein als Nutztier.
Der Standort geht auf eine Versuchswirtschaft zur Schweinehaltung, -fütterung und -zucht zurück, die 1918 in Ruhlsdorf eingerichtet wurde. Die zugehörige Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung Ruhlsdorf/Groß Kreuz feierte 1993 ihr 75-jähriges Bestehen. Zur Vorbereitung dieses Jubiläums gründete sich 1991 eine Interessengemeinschaft, ausgelöst durch einen Besuch im Ungarischen Landwirtschaftsmuseum in Budapest. Die erste Ausstellung eröffnete am 6. Oktober 1993 in der ehemaligen Ruhlsdorfer Musterbauwerkstatt; eine dauerhafte Ausstellung wurde am 3. Dezember 1995 offiziell eröffnet.
Ein Förderverein zur Unterstützung des Museums wurde 1997 ins Leben gerufen und im April 1998 in das Vereinsregister eingetragen; er übernahm die Trägerschaft. Zu seinen Mitgliedern zählen Verbände aus der Schweineproduktion und der Schweinezucht. Ebenfalls 1998 wurde das Museum in die Zuständigkeit des Landesamts für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz aufgenommen.
Der Bestand umfasste 2010 rund 3.900 Exponate. Gesammelt werden unter anderem Biografien von Schweinezüchtern, Dokumente zur Schweinezucht sowie Fotografien von Rasseschweinen, Veranstaltungen und relevanten Personen der Branche. Für die agrarhistorische Bedeutung des Hauses erhielt das Museum 2010 die Einstufung als Deutsches Agrarkulturerbe durch die Gesellschaft für Agrargeschichte. Im Gegensatz dazu konzentriert sich das Schweinemuseum in Stuttgart auf die Kunst- und Kulturgeschichte des Schweins.