Im historischen Altstadtbereich Linn von Krefeld befindet sich das Deutsche Textilmuseum, das sich der Erschließung und Bewahrung textiler Kulturen widmet.
Die Sammlung des Hauses besitzt internationale Bedeutung und umfasst mehr als 30.000 Objekte. Gezeigt werden Textilien, Bekleidung und Webstoffe aus allen Regionen der Welt; die Bestände reichen von antiken Geweben bis zu zeitgenössischen Arbeiten.
Entstanden ist die Sammlung im späten 19. Jahrhundert als Anschauungsmaterial für Aus- und Weiterbildung in der lokalen Textilwirtschaft. Ergänzt wurde sie durch die Sammlung des Bildhauers Jakob Krauth, woraus 1880 die Königliche Gewebesammlung hervorging. 1936 ging die Sammlung in städtische Trägerschaft über. In der Nachkriegszeit führte der Bedarf an Konservierung beschädigter kirchlicher und historischer Textilien zur Einrichtung der Zentrale Forschungsstelle für die Restaurierung historischer Gewebe, die dem Museum angeschlossen wurde. Seit 1975 bilden Museum und Forschungsstelle eine institutionelle Einheit; 1981 erfolgte der Umzug in einen Neubau am Andreasmarkt, seitdem tritt das Haus als Deutsches Textilmuseum Krefeld auf.
Die angeschlossene Zentrale Forschungsstelle konzentriert sich vorrangig auf die Erhaltung der eigenen Bestände und auf die Vorbereitung der Exponate für Ausstellungen. Auch Restaurierungsaufträge für Dritte, etwa Kirchen, andere Museen oder private Sammler, werden angenommen. Ziel der Arbeit ist nicht das unsichtbare „Ausbessern“, sondern die Bewahrung der historischen Aussagekraft der Textilien und das Erhalten von Gebrauchsspuren als Teil ihres Dokumentenwertes.
Zur wissenschaftlichen Infrastruktur gehört eine Präsenzbibliothek mit etwa 9.000 Bänden, die als eine der größten Fachbibliotheken zum Thema Textil gilt und seltene Werke sowie historische Modezeitschriften bereithält. Begleitend zu den Ausstellungen bietet das Museum qualifizierte Vorträge und Führungen an.