Im Galerietrakt am Hofgarten in München zeigt das Deutsche Theatermuseum die Geschichte und Praxis des deutschsprachigen Theaters. Das Museum ist in der Churfürstlichen Galerie (Galeriestraße 4a) untergebracht, einem frühklassizistischen, langgestreckten Bau aus den Jahren 1780/1781 mit Arkadengang zur Hofgartenseite.
Gegründet wurde die Institution am 24. Juni 1910 auf Grundlage der Stiftungsauflösung der Schauspielerin Clara Ziegler; ihr Nachlass bildete den ersten Sammlungsbestand. In den Folgejahren wuchs die Sammlung beträchtlich, ein Umzug in die Ausstellungsräume der Residenz erfolgte 1932. Die Wiedereröffnung dort wurde politisch instrumentalisiert; in der Folge kam es 1935 zu einer Entlassung in der Museumsleitung. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das ursprüngliche Wohnhaus zerstört, der Großteil der Bestände blieb jedoch erhalten. Seit 1953 ist das Museum im Galerietrakt am Hofgarten beheimatet. 1979 erhielt die Einrichtung den Status eines staatlichen Museums und den Namen Deutsches Theatermuseum mit einem institutionalisierten Sammlungsauftrag.
Das Haus besitzt keine Dauerausstellung, stattdessen wechseln thematische Sonderausstellungen, die Bühnenbilder, Theaterbaupläne, Requisiten, Kostüme, Masken und audiovisuelle Dokumente zusammenführen. Herausragend ist die Fotosammlung mit über fünf Millionen analogen Aufnahmen, die als weltweit umfangreichste Sammlung zur Theaterfotografie gilt und Inszenierungs-, Rollen- und Personenporträts sowie Aushang- und Postkartenfotos umfasst. Ergänzt wird das Archiv durch umfangreiche grafische Bestände (rund 350.000 Zeichnungen und Druckgrafiken), eine bedeutende Sammlung von Theatermodellen (etwa 400 aufgestellte Modelle und zahlreiche Modellteile) sowie umfangreiches Schriftgut aus Autographen, Regiebüchern und Tagebüchern.
Die Spezialbibliothek des Museums richtet sich an die Theaterforschung: Ausgangspunkt war der Privatbestand der Stifterin; heute umfasst die Bibliothek rund 100.000 Bände, eine Präsenzsammlung mit Freihandmaterial im Lesesaal sowie einen digitalen Katalog zur Bestellung von Magazinbeständen. Das Deutsche Theatermuseum versteht sich als Gedächtnis des Theaters und bewahrt materielle Zeugnisse der Theatergeschichte für Forschung und Öffentlichkeit.