Eisenbahnmuseum Dieringhausen

Hohler Str. 2, 51645 Gummersbach, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Hohler Str. 2
PLZ/Ort
51645 Gummersbach
Land
Deutschland
Telefon
02261/77597
Fax
-

Web
http://www.eisenbahnmuseum-dieringhausen.de/
Tags
#Eisenbahn

Beschreibung

Im Ortsteil Dieringhausen von Gummersbach bildet das Eisenbahnmuseum Dieringhausen einen zentralen Bezugspunkt für die Verkehrsgeschichte des Oberbergischen Landes. Das Museum nutzt das 11.000 m² große Areal des ehemaligen Bahnbetriebswerks Dieringhausen und steht als technisches Ensemble unter Denkmalschutz.

Die Anlage entstand aus der Entwicklung eines Lokstandorts seit 1893; mit der Ausweitung des regionalen Schienennetzes wurde 1905 ein Bahnbetriebswerk eingerichtet, das in den folgenden Jahrzehnten baulich und funktional wuchs. 1920 erfolgte die Neutrassierung der Aggertalbahn und der neue Bahnhof wurde etwa 500 Meter nördlich errichtet; das Bahnbetriebswerk blieb über ein Nebenbahn­gleis erreichbar. Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten Teile der Anlage 1944, ein Wiederaufbau erfolgte bereits 1945. In der Folge kamen Schienenbusse (ab 1956) und Diesellokomotiven (ab 1962) zum Bestand; mit dem Dampflokabschied 1969 endete die Ära der Dampflokheimat. Wegen Netzrückbaus schloss die Deutsche Bundesbahn das Bahnbetriebswerk am 30. April 1982.

Die museale Nutzung begann 1982, als ein regionaler Verein das Gelände zum Zweck eines Eisenbahnmuseums erschloss und eine Betriebsgesellschaft gegründet wurde. Ein Mäzen erwarb das Areal von der Deutschen Bundesbahn und ermöglichte so die Sammlung und Restaurierung zahlreicher historischer Fahrzeuge. Nach finanziellen Krisen und temporärer Schließung 2009 gelang Ende 2009 die Integration in die Hermann-Haeck-Stiftung; der Museumsbetrieb wurde wieder aufgenommen. Bis April 2021 gehörten Museum und Fahrzeuge der Stiftung; seither befinden sich Gelände und Museum in privatem Besitz. Der Museumsverein firmiert als IG Bw Dieringhausen und betreibt das Museum weiterhin.

Zu den bedeutenden Exponaten zählen die wieder in Betrieb genommene Dampflok „Waldbröl“ der Kleinbahn Bielstein–Waldbröl sowie die letzte in Deutschland erhaltene Preußische T 14, Lok 93 230, als 15‑jähriger Dauerleihgabe des Verkehrsmuseums Dresden (seit September 2010). Seit 2007 erfolgt eine Sammlungsschärfung zugunsten regionaltypischer Fahrzeuge; einzelne Großfahrzeuge wurden veräußert oder abgegeben.

Architektonisch auffällig ist die dreistöckige Anordnung des Bahnbetriebswerks: im unteren Niveau befinden sich Ringlokschuppen, Drehscheibe, Untersuchungsgruben und Lokbehandlungsanlagen, darüber Kohlebunker und Diensträume sowie ganz oben die Gleise des früheren Güterbahnhofs und der Streckenführung. Der historische Ringlokschuppen von 1906 verfügt über elf Stände; die Drehscheibe misst 22 Meter Durchmesser. Die Sammlung umfasst aktuell elf Dampflokomotiven (zwei betriebsfähig), sieben Diesellokomotiven (drei betriebsfähig), einen Uerdinger Schienenbus, eine Elektrolokomotive sowie eine umfangreiche Personen‑ und Güterwagenkollektion. Ein großer Teil der Fahrzeuge gehört der Hermann-Haeck-Stiftung, weitere stammen vom Museumsverein und privaten Einstellern.

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