Im südlichen Bourtanger Moor bei Groß Hesepe präsentiert das Emsland Moormuseum die Kultur- und Technikgeschichte der Moorlandschaft zwischen Tradition und Industrialisierung.
Das Museum liegt westlich von Groß Hesepe in der Gemeinde Geeste und damit im Gebiet des früher rund 1.200 km² großen Bourtanger Moores, das heute Teil des Internationalen Naturparks Bourtanger Moor‑Bargerveen ist. Träger sind der Landkreis Emsland und die Gemeinde Geeste über einen eingetragenen Verein; jährlich besuchen das Haus mehrere Zehntausend Menschen.
Die Institution entstand 1976; erste Großgeräte wurden 1979 ins Freigelände gestellt. Seit 2003 beherbergen die Ausstellungsflächen außerdem Bibliothek und Archiv. 2006 erfolgte eine grundlegende Modernisierung der einen Halle. Zwischen 2009 und 2010 wurde eine zweite, etwa 2.000 m² große Halle errichtet; mit dieser Erweiterung zählt das Haus zu den größten Moormuseen Europas. 1999 ergänzte ein nach historischen Vorbildern gestalteter Siedlerhof die Anlage; dieser als Archehof anerkannte Bereich zeigt bäuerliches Wohnen und beherbergt bedrohte regionale Haustierrassen wie das Bentheimer Landschaf, das Bentheimer Schwein, das Niederungsrind, das Westfälische Totlegerhuhn und die Diepholzer Gans.
Die Dauerausstellungen und das Freigelände dokumentieren den Übergang von der Moorkolonisation zur industriellen Torfgewinnung. Auf rund 20 Hektar Hochmoorfläche, in zwei Ausstellungshallen und in einem offenen Maschinenpark werden historische Arbeitsverfahren und Großgeräte gezeigt. Im Zentrum der Präsentation steht der in Arbeitsstellung aufgebaute Dampfpflug „Mammut“ samt zugehöriger Lokomobilen; daneben sind Eimerkettenbagger, Sodenauf- und -umsetzmaschinen sowie Transporttechnik ausgestellt. Auf dem Außengelände veranschaulichen Handtorfstich und maschineller Abbau die unterschiedlichen Gewinnungsverfahren; eine Feldbahn mit historischen Fahrzeugen verbindet die Geländeabschnitte.
Die Sammlung umfasst rund 18.500 Objekte zur Moorkultivierung, zum Torfabbau und zur Siedlungsgeschichte. Bibliothek, Bildarchiv und graphische Bestände wurden zusammengeführt und dokumentieren die technische und landschaftliche Entwicklung; eine bedeutende Teilsammlung zur Torfbautechnik ist integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Bestände.