Freilichtmuseum "Zeitsprung" Klinge

Gosdaer Dorfstraße 24, 03149 Wiesengrund, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Gosdaer Dorfstraße 24
PLZ/Ort
03149 Wiesengrund
Land
Deutschland
Web
https://klinger-see.info/freilichtmuseum-zeitsprung/

Beschreibung

In Klinge im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg) dokumentiert das Freilichtmuseum Zeitsprung geologische und paläontologische Spuren der Eem-Warmzeit und macht sie vor Ort zugänglich.

Das Museum liegt auf einem früheren Ausgrabungsgelände in unmittelbarer Nähe des entstehenden Klinger Sees. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen die Pflanzen- und Tiergemeinschaften, die während der Eem-Phase etwa zwischen 128.000 und 115.000 Jahren vor heute in der Region lebten.

Das zugrundeliegende Eem-Geotop zeigt eine gut erhaltene Schichtenfolge aus Bändertonen, Tonen, Mudden und Torfen eines ehemals verlandeten Sees. In den Tongruben bei Klinge wurden bereits ab 1891 zahlreiche Fossilien geborgen; 1903 förderte die Grube Grosche ein fast vollständiges Skelett eines Wollhaarmammuts zutage, einen der ersten derartigen Funde in Deutschland. Nach dem teilweisen Trockenfallen der ehemaligen Tongruben in den späten 1970er Jahren konnten erhaltene Schichten weiter untersucht werden. Zwischen 1988 und 2003 führten Ausgrabungen durch das Museum für Natur und Umwelt Cottbus zu einem reichen Fundspektrum.

Gefundene Wirbeltiere reichen vom Elch über Rothirsch, Riesenhirsch und Wildrind bis zu Rentier, Wildpferd, Wollhaarnashorn und Wollhaarmammut; hinzu kommen Rotfuchs, Wolf, Biber, Schermaus sowie verschiedene Fisch- und Reptilienarten wie Sumpfschildkröte, Hecht, Flussbarsch, Plötze, Ukelei, Karausche und Schlei. Fast 100 Pflanzenarten konnten ebenfalls nachgewiesen werden.

Ein Teil des Areals wurde 2000 unter Naturschutz gestellt. Mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Eigenmitteln der Gemeinde Wiesengrund entstand 2007–2008 das Freilichtmuseum Zeitsprung, das 2008 eröffnet wurde. Auf dem parkähnlichen Gelände steht eine moderne Kuppel, die ein Modell einer Mammutkuh mit Kalb sowie Informationen zu den Grabungen, zu den Tonvorkommen bei Klinge und zur Forschungsgeschichte beherbergt. Im Freigelände finden sich ein Feuchtbiotop, ein Erlebnisweg mit lebensgroßen Nachbildungen von Riesenhirsch, Wollhaarnashorn und zwei Grauwölfen sowie zahlreiche Schautafeln. Markant ist ein begehbarer Geländeaufschluss von etwa drei Metern Höhe und über zwanzig Metern Länge, an dem die Entwicklung des eiszeitlichen Sees unmittelbar ablesbar ist.

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