Galerie im Hörsaalbau der Universität Leipzig

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Beschreibung

An der Universität Leipzig dokumentiert die Sammlung Ur- und Frühgeschichte die materielle Kultur vom Paläolithikum bis zur Neuzeit und umfasst heute etwa 6.500 Objekte mit einem räumlichen Spektrum von Deutschland bis Südamerika. Schwerpunktmäßig zeigt die Sammlung Funde zur regionalen Urgeschichte; dominierend sind geschlagene und geschliffene Steinwerkzeuge vom Paläolithikum bis zum Neolithikum sowie Urnen und Grabbeigaben der Bronze- und Eisenzeit aus Mitteldeutschland, darunter Beispiele der Lausitzer und Billendorfer Kultur.

Entstanden im Kontext des Seminars für Vorgeschichte in den 1930er Jahren, basierte die Sammlung zunächst auf Beständen ehemaliger Leipziger Privatsammlungen, städtischen Schenkungen und gezielten Ankaufstätigkeiten. Ergänzt wurde sie durch Bestände aus der Geologisch-Paläontologischen Sammlung der Universität. In den ersten Jahren war die Sammlung nur in wenigen Räumen untergebracht und diente zugleich der Lehre; bis 1943 war ein Inventar angelegt und der Bestand auf über eintausend Stücke gewachsen.

Die Sammlung erlitt im Dezember 1943 schwere Kriegsschäden; zwar waren viele Objekte ausgelagert und Teile später geborgen, doch gingen die Inventarlisten verloren, was die heutige Provenienzforschung erheblich erschwert. In den folgenden Jahrzehnten erfolgte ein Wiederaufbau: gefundene Bestandsreste wurden zusammengeführt, private Schenkungen erweiterten den Bestand, und ab den 1970er Jahren erfolgten Neuverzeichnungen und Revisionen. Bis 1990 lag die Sammlung verpackt in Depoträumen. Mit der Wiedereröffnung des Lehrstuhls für Ur- und Frühgeschichte Anfang der 1990er Jahre setzte eine umfassende Restaurierungs- und Erschließungsphase ein; Teile der Sammlung werden seit Ende der 1990er Jahre wieder in Räumen an der Ritterstraße gezeigt, und seit 2002 gingen weitere Bestände aus der Geologisch-Paläontologischen Sammlung ein.

Die Ausstellung zeigt im Paläolithikum vor allem Silexfunde wie Faustkeile, Klingen und Kratzer, teils mit Bezug zu wichtigen Fundstellen wie St. Acheul, La Micoque und Le Moustier. Die neolithischen Bestände sind überwiegend durch regionale Keramik und Steingeräte vertreten; zu den herausragenden Stücken zählen vollständig erhaltene Gräber der Schnurkeramik. Aus der Bronze- und frühen Eisenzeit stammen zahlreiche Grabgefäße – Buckelurnen, doppelkonische und Mehrkammergefäße – vornehmlich aus Mitteldeutschland und dem westpolnischen Raum; die Hausurne von Burgkemnitz zählt zu den frühesten Funden ihrer Art in der Region (Fundjahr 1826). Ergänzt wird die Sammlung durch einzelne weit gereiste Objekte, etwa ein Marmoridol aus Anatolien, eine mediterrane Bronzeschale und indianische Pfeilspitzen aus Nordamerika.

Die Sammlungsbestände werden regelmäßig in wechselnden Ausstellungen gezeigt und im Rahmen von Kooperationen mit dem Antikenmuseum der Universität Leipzig sowie bei der Leipziger Museumsnacht öffentlich präsentiert.

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