Galerie im Kunsthoken

Marktstr 2, 06484 Quedlinburg, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Marktstr 2
PLZ/Ort
06484 Quedlinburg
Land
Deutschland
Telefon
03946 / 971 - 3
Fax
-

Web
http://www.quedlinburg.de/index.php?id=118057000156

Beschreibung

Im historischen Zentrum von Quedlinburg nimmt der Kunsthoken eine markante Stellung nördlich des Marktplatzes ein; das denkmalgeschützte Fachwerkhaus steht an der Adresse Marktstraße 2 und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Heute wird es vom Kultur- und Kunstverein Quedlinburg genutzt.

Das zweigeschossige Gebäude entstand im Stil der Renaissance in der Zeit um Mitte bis Ende des 16. Jahrhunderts (circa 1535–1576) und ist im Quedlinburger Denkmalverzeichnis als Kaufmannshaus verzeichnet. Als Bauherr wird Michael Arendt (auch Michel Arent) genannt; das exakte Baujahr ist nicht überliefert. Das Haus wurde unmittelbar an der historischen Marktmauer errichtet, deren Reste noch im Inneren erhalten sind, und weist eine auffällige Änderung in der Gebäudeflucht auf: das Obergeschoss an der rechten, nördlichen Seite tritt deutlich vor und bildete ursprünglich mit gerundeten Kopfbändern einen Rundbogen; unter dieser Vorkragung lag einst eine Tordurchfahrt zum Hof. Außenwände dienten als Tragwerk, ergänzt durch zwei querliegende Unterzüge.

Besonders hervorzuheben ist die reich gestaltete Fassade: Konsolfriese, walzenförmige Balkenköpfe, Fächerrosetten an den Eckhölzern sowie – als einmaliges Element in Quedlinburg – geschnitzte Bögen. In der Stockschwelle finden sich Schiffskehlen; die schwarze-weiße Farbgebung entspricht dem zeittypischen Anstrich. Auf dem Zwischengeschoss war eine zweizeilige Inschrift angebracht, von der im 19. Jahrhundert durch den Einbau eines Rollladens Teile einschließlich einer Jahreszahl zerstört wurden. Um 1880 erhielt das Erdgeschoss seine heutige Ladenfassade im Stil des Spätklassizismus.

Innen wurde das Gebäude im Lauf der Jahrhunderte stark verändert und stand im 20. Jahrhundert längere Zeit leer. 1976/77 erfolgte eine umfassende Sanierung und ein Umbau durch staatliche Werkstätten für Denkmalpflege; dabei blieben ältere Mauern und die Fassade erhalten, während Teilbereiche massiv neu erstellt wurden. Archäologische Untersuchungen im Hofanbau förderten Reste eines älteren Hauses, eine hohe Mauer mit schmalen Öffnungen, eine Türöffnung und einen Kamin zutage.

Nach der Sanierung nutzte der Kulturbund der DDR das Haus; im Erdgeschoss entstand eine Galerie, im Zwischengeschoss Büros und im Obergeschoss eine Hausmeisterwohnung. Aus dieser kulturbezogenen Nutzung entwickelte sich der heute geläufige Name Kunsthoken, wobei Hoken auf die benachbarte Straße und deren historische Kleinhändler hinweist. An der südlichen Hofseite steht ein Seitenflügel mit Sandsteinmauer und Lichtschlitzen; Reste von Kamin und Tür finden sich am westlichen Giebel. Bei der Restaurierung wurden im Flügel nur die Sandsteinmauern belassen, das Fachwerk hofseitig neu erstellt und das Zwischengeschoss entfernt; die beiden Etagen des Flügels dienen seitdem als Veranstaltungsräume.

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