Das Germanische Nationalmuseum – Leibniz-Forschungsmuseum für Kulturgeschichte (GNM) in Nürnberg vermittelt die Kulturgeschichte des deutschsprachigen Raums von der Frühzeit bis zur Gegenwart und beherbergt rund 1,3 Millionen Objekte, von denen etwa 25.000 dauerhaft gezeigt werden. Mit jährlich über 400.000 Besuchern zählt das Haus zu den bedeutenden Museumsstandorten Deutschlands. Als öffentlich-rechtliche Stiftung wird das Museum gemeinsam von Bund, Freistaat Bayern und der Stadt Nürnberg getragen und erfüllt zugleich Forschungsaufgaben als Mitglied der Leibniz‑Gemeinschaft.
Das Ensemble liegt im historischen Stadtkern und hat seinen Ursprung im spätmittelalterlichen Kartäuserkloster, dessen Bausubstanz den Museumsverbund prägt. Im Lauf der Zeit entstanden weitere Museumsbauten aus verschiedenen Epochen; Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg führten zu großflächigen Sicherungs- und Wiederaufbauarbeiten sowie zu späteren Erweiterungen. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wurden Sammlungsbereiche neu geordnet und zusätzliche Ausstellungsstandorte, darunter eine Präsentation in der Nürnberger Kaiserburg sowie ein Haus für die Spielzeugsammlung, etabliert.
Das GNM verbindet Sammlung, Forschung und Vermittlung. Aufbau und Publikationsarbeit dokumentieren kulturhistorische Zusammenhänge und technische Entwicklungen; Forschungsprojekte zur Materialkunde und Katalogisierung gehören zum regulären Auftrag. Ein besonderes Exponat ist der Behaim-Globus (Erdapfel) von 1492, der seit 2023 im UNESCO‑Register „Memory of the World“ geführt wird.
Die Sammlungen umfassen ein breites Spektrum: Vor- und Frühgeschichte, Malerei und Glasmalerei, Skulptur, historische Musikinstrumente mit umfangreichem Tasteninstrumentenbestand, Sammlungen zur Alltagskultur, Textilien und Schmuck, Möbel, Münz‑ und Graphiksammlungen sowie eine große Spielzeugsammlung mit international bedeutsamen Puppenhäusern. Weitere Bereiche sind wissenschaftliche Instrumente und die pharmaziehistorische Sammlung, Waffen, Kunsthandwerk und Design sowie historische Bauteile. Forschungseinrichtungen wie Archiv, Bibliothek, Kunstarchiv und ein Institut für Konservierung sichern die wissenschaftliche und konservatorische Betreuung der Bestände.
Wissenschaftsmanagement und Marketing unterstützen Drittmittelakquise, Projektentwicklung, Forschungskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, um Sammeln, Bewahren und Vermitteln nachhaltig zu sichern.