Hanseviertel Demmin

Baumannstraße 17, 17109 Demmin, Deutschland

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Mecklenburgische Schweiz

Wo Sie uns finden:

Straße
Baumannstraße 17
PLZ/Ort
17109 Demmin
Land
Deutschland
Telefon
03998 256322
Web
https://www.hanseviertel-demmin.de/

Beschreibung

Haus Demmin liegt auf einer Insel am Zusammenfluss von Tollense und Peene, südöstlich der Hansestadt Demmin, und zeigt heute die Ruinen einer pommerschen Fürstenburg sowie eines späteren Herrenhauses. Die Anlage nimmt eine bedeutende Rolle in der regionalen Geschichte ein und wird wegen ihres frühmittelalterlichen Kerns als Wiege der Region betrachtet.

Auf der Insel bestand bereits im 8. Jahrhundert ein jungslawischer Burgwall; die erste schriftliche Erwähnung datiert auf 1127 unter der Bezeichnung „Alte Burg“. Die etwa ein Hektar große Anlage umfasste Haupt- und Vorburg. 1128 diente sie einem Missionsbischof als Nachtquartier; hier fand auch ein Treffen mit dem pommerschen Fürsten Wartislaw I. statt. Im 12. Jahrhundert erfolgten weitere Ausbauten. Der gemauerte Kern, ein runder Backsteinturm, wird auf etwa 1200 datiert und gehört zu den frühesten weltlichen Bauten in Pommern. Bis zum Tod Wartislaws III. 1264 residierten die Herzöge von Pommern-Demmin auf der Burg. Nach kriegerischen Zerstörungen im 12. und 13. Jahrhundert – unter anderem mehrfach durch Truppen Heinrichs des Löwen – und weiteren Ausbauten entstand bis 1620 eine umfangreiche Anlage mit Torhäusern, Marstall, Wohngebäuden, Kellern und Hofanlagen. Im Zuge der Landesteilung 1295 fiel Haus Demmin zu Pommern-Stettin; die Burgentwicklung machte sie zugleich zu einer wichtigen Zollstelle am Flussübergang.

Im Dreißigjährigen Krieg geriet die Anlage in die Kämpfe; 1631 brannten die Gebäude bis auf den Turm nieder. 1648 wurde der verbliebene Turmstumpf gesprengt und die restlichen Befestigungen beseitigt. Heute sind nur noch Reste des Wehrturms und die Ruine des im 19. Jahrhundert errichteten Schlosses sichtbar. Archäologische Freilegungen zeigten ungewöhnliche, konvexe Ziegelschalen in den unteren Lagen der Fassaden, Hinweise auf eine komplexe, spätmittelalterliche Bauphase. Ein rekonstruierter Grundriss des ältesten gemauerten Teils ergibt eine achteckig wirkende, sternförmige Anlage, was die herausragende Bedeutung der Burg für die Entwicklung der Umgebung bis zu ihrem Niedergang unterstreicht.

Das Herrenhaus entstand 1840 als spätklassizistischer Putzbau mit französisch-barocken Anklängen. 1881 ging es in den Besitz einer anderen Adelsfamilie und wurde 1945 enteignet. Von 1948 bis 1986 diente das Gebäude als Internat und Schule; 1991 erfolgte eine Rückübertragung. 1998 brannte das Haus bis auf die Außenmauern nieder; später ging das Grundstück an die Hansestadt Demmin zurück. Vorschläge zur Nutzung reichten von einem Verwaltungssitz für einen geplanten Stiftungsnationalpark bis zu Studien zur nachhaltigen Wiederbelebung; Fördermittel für Machbarkeitsstudien wurden in Aussicht gestellt. Bauliche Merkmale des Herrenhauses sind dreieinhalb Geschosse mit zweigeschossigen Seitenflügeln, Putzgliederung, gerade und flachbogige Fensterverdachungen, verborgene Dächer durch Attiken sowie Reste eines Altans. In einem Raum hielten sich bemalte Bildtapeten mit Darstellungen des Podewilsschen Schlosses Crangen und des neuen Herrenhauses.

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