Mit Sitz in der denkmalgeschützten Fronveste von Kemnath präsentiert das Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum Kemnath seit seiner Eröffnung 1984 Bestände zur regionalen Waffenproduktion und zur lokalen Archäologie.
Die Ausstellung ist räumlich in der ehemaligen Fronveste untergebracht; die originalen Zellen sind erhalten und verweisen auf die frühere Nutzung des Gebäudes als Gefängnis. Im Nebengebäude wurde eine historische Schmiede eingerichtet, und der Innenhof dient für Veranstaltungen sowie standesamtliche Trauungen.
Ein Schwerpunkt der Dauerausstellung ist die Materialsammlung zur ersten bayerischen Gewehrmanufaktur in Fortschau bei Kemnath, die von 1689 bis 1801 bestand. Gezeigt werden Lunten- und Steinschlossmusketen mit Erläuterungen zu ihrer Entwicklung und Funktionsweise. Ergänzt wird dieses Kapitel durch Jagdgewehre, die nach 1814 vorwiegend von örtlichen Büchsenmachern gefertigt wurden, nachdem das Armaturwerk in Fortschau aufgelöst und 1801 eine Gewehrfabrik in Amberg gegründet worden war. Die letzten Gewehre aus Fortschau wurden 1814 an die Zeughäuser geliefert; verbliebene Büchsenmacher stellten daraufhin Waffen für den privaten Gebrauch her.
Der zweite Sammlungsschwerpunkt umfasst archäologische Funde aus dem Kemnather Land. Zu sehen sind Nachweise menschlicher Besiedlung vor mehr als 50.000 Jahren sowie Knochenreste von Trias-Reptilien wie Nothosaurus, Pistosaurus und Placodus, die vor über 200 Millionen Jahren im damaligen Muschelkalkmeer lebten und am Stadtrand geborgen wurden.
Als Außenstelle befindet sich seit 2015 in unmittelbarer Nähe das Musikeum, in dem historische Musikautomaten aus privaten Sammlungen gezeigt werden. Trägerin des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums ist der Verein Heimatkundlicher Arbeits- und Förderkreis Kemnath und Umgebung e.V.; das Haus ist Teil des Museumsverbundes das zwoelfer - Museen im Landkreis Tirschenreuth.