In Oberhausen an der Essener Straße beherbergt der Peter-Behrens-Bau das zentrale Depot des LVR-Industriemuseums und wird zugleich für Ausstellungen sowie Depotführungen genutzt.
Das langgestreckte Gebäude entstand 1921–1925 als zentrales Hauptlager der Gutehoffnungshütte, eines um die Jahrhundertwende noch expandierenden Montanunternehmens mit rund 30.000 Beschäftigten. Die Planungen waren Kriegsunterbrechungen ausgesetzt; nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Architektenwettbewerb erneut aufgegriffen und ein Entwurf ausgewählt, der vor der Ausführung an betrieblich-funktionale Erfordernisse angepasst werden musste.
Konstruktiv ruht das Lagerhaus auf einer etwa 90 cm dicken Betonplatte mit Dehnungsfugen zum Schutz vor Bergschäden. Das Tragwerk bildet ein Stahlskelett, in das rund 1.000 Tonnen Stahl eingebracht wurden und das in einer eigenen Brückenbau-Abteilung gefertigt wurde. Die Fassade besteht aus schlichtem Backsteinmauerwerk; die verwendeten Verblendklinker im Klosterformat führten zu Mehrkosten von etwa 400.000 Mark. Der Baukörper gliedert sich durch zwei Treppen- und Aufzugstürme in zwei Seitenflügel und einen breiteren Mittelteil. Die Kubusform mit überwiegend quadratischen, bündig eingesetzten Fenstern sowie die technische Staffelung der Geschosse prägen das Erscheinungsbild; das Gebäude ist rund 86 Meter breit, etwa 25 Meter hoch und verfügt über sechs bis sieben Geschosse, die nach oben hin zurücktreten. Auf Vorder- und Rückseite sind überdachte Rampen für die Anlieferung an Güterwaggons angelegt.
Als Ensemble geplant, ergänzte man das Lagerhaus von Anfang an durch ein Verwaltungsgebäude, ein eingeschossiges Speziallager für Öle und Fette sowie eine Toranlage mit Pförtnerhaus.
Das Bauwerk überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt. Nach der Zerschlagung des Konzerns und dem Strukturwandel verlor es seine ursprüngliche Nutzung, wurde 1989 als Industriedenkmal geschützt und so beim Rückbau des ehemaligen Stahlwerksgeländes in den frühen 1990er Jahren erhalten. Der Landschaftsverband Rheinland erwarb das Gebäude 1993; seit 1998 dient es dem LVR-Industriemuseum als zentrales Depot und teils als Ausstellungsraum. Der Peter-Behrens-Bau zählt zu den Haltepunkten der Route der Industriekultur.