Jawne

Albertusstraße 26, 50667 Cologne, Deutschland

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Straße
Albertusstraße 26
PLZ/Ort
50667 Cologne
Land
Deutschland
Web
https://www.jawne.de/

Beschreibung

In Köln erinnert der Lern- und Gedenkort Jawne an ein jüdisches Reformrealgymnasium, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine prägende Bildungseinrichtung für die jüdische Gemeinde im Rheinland war. Benannt ist die Schule nach dem historischen Ort Javne (Hebräisch: יבנה), an dem nach der Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. die jüdische Gelehrtenstruktur bewahrt werden sollte.

Das Gebäude liegt auf dem Terrain der ehemaligen Schule und markiert damit einen direkten Bezug zwischen historischem Ort und heutiger Gedenkarbeit. Gegründet wurde die Jawne 1919 von einem Rabbiner der örtlichen orthodoxen Gemeinde Adass Jeschurun; 1925 erhielt die Schule die staatliche Anerkennung. Ende der 1920er Jahre besuchten über 400 jüdische Schülerinnen und Schüler die Einrichtung; in den 1930er Jahren unterrichtete auch der Maler Ludwig Meidner als Zeichenlehrer.

Der letzte Schulleiter, Studiendirektor Erich Klibansky, erkannte früh die Bedrohung durch den Nationalsozialismus und bereitete die Jugendlichen durch verstärkten Englisch- und Neuhebräischunterricht auf eine mögliche Ausreise vor. Nach der Novemberpogrome 1938 organisierten Klibansky und das Kollegium Kindertransporte nach England, bei denen zahlreiche Schüler ohne Begleitung der Eltern ausreisten; mindestens 130 jüdische Kinder aus Köln überlebten so. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs endeten diese Möglichkeiten; 1942 wurden Klibansky, seine Familie und die verbleibenden Schülerinnen und Schüler zusammen mit vielen Kölner Juden in die Nähe von Minsk deportiert und dort ermordet.

Auf dem ehemaligen Schulgelände wird die Geschichte der Jawne in Ausstellungen und Erinnerungsorten vermittelt; aktuelle Präsentationen erinnern an die Kinder und den Schulalltag. Der frühere Schulhof trägt seit 1990 den Namen Erich-Klibansky-Platz und beherbergt ein von einem ehemaligen Schüler gestaltetes Denkmal mit Löwenbrunnen und den Namen der Ermordeten. Das Engagement für Erhalt und Vermittlung der Gedenkstätte wurde mehrfach ausgezeichnet. Nach einer Auseinandersetzung um die Nutzung der Räume Ende 2009 wurde Anfang 2010 eine Vereinbarung getroffen, die dem Lern- und Gedenkort eine dauerhafte Existenz sichert. Die Betreuung erfolgt durch einen Arbeitskreis in Verbindung mit dem EL-DE-Haus; das Engagement wurde vom Landschaftsverband Rheinland mit dem Rheinlandtaler gewürdigt.

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