Im Jakob-Henle-Haus nahe dem Klinikum Fürth präsentiert das KfH-Dialysemuseum Fürth die historische Entwicklung der Blutreinigung von der Antike bis in die Gegenwart.
Gegründet wurde das Museum 1990 aus einer Initiative des Fürther KfH-Dialysezentrums; beim Aufbau wirkten ärztliche und pflegerische Mitarbeitende sowie das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation (KfH) mit.
Die Ausstellung beginnt mit einer Reproduktion eines Harnschauglases aus dem Jahr 1550 und führt weiter zu Thomas Graham, der 1854 nach Membranexperimenten den Begriff „Dialyse“ prägte. Es werden Nachbauten historischer Dialyseapparate gezeigt: die erste künstliche Niere, mit der 1913 im Tierversuch Dialysen durchgeführt wurden (J. J. Abel, L. G. Rountree, B. B. Turner), die 1924 in Gießen erstmals am Menschen eingesetzte künstliche Niere von Georg Haas sowie die rotierende Trommelniere, mit der 1945 der erste erfolgreiche menschliche Dialyseversuch gelang (Willem Kolff). Eine vertikale Trommelniere von Nils Alwall ergänzt diese Rekonstruktionen.
Im Originalbestand befinden sich zahlreiche historische Geräte und Bauformen: darunter eine Beck’sche Blutmühle (nach Ernst Pohl), die Moeller-Niere (Typ III, 1955), eine Travenol Tank-Niere (1960), eine RSP mit Travenol-Blutpumpe und Avon-Spulendialysator (1968), die Stuttgart-Niere (Hersteller: Fresenius, 1970), eine Kofferniere von Union Carbide Cooperation (1975) sowie Dialyseapparate aus der ehemaligen DDR und Plattendialysatoren nach Frederik Kiil.
Ergänzt wird die Sammlung durch weitere Dialysegeräte, Dialysekatheter und Exponate zur Entwicklung von Dialyseshunts, die die technischen und medizinischen Fortschritte in der Nierenersatztherapie sichtbar machen.