Kulturvereinigung Hadamar

Mainzer Landstraße 8, 65589 Hadamar, Deutschland

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Straße
Mainzer Landstraße 8
PLZ/Ort
65589 Hadamar
Land
Deutschland
Telefon
(06433) 1727
Fax
-

Web
http://www.kulturvereinigung-hadamar.de/

Beschreibung

Im Zentrum der hessischen Stadt Hadamar prägt das Schloss Hadamar das historische Ortsbild; heute beherbergt es Behörden, während die anliegenden Wirtschaftsgebäude als Stadtmuseum und Gerichtssitz genutzt werden. Die Schlosskirche im Ostflügel dient seit 1791 der evangelischen Kirchengemeinde Hadamar.

 

Das Bauensemble steht am linken Ufer des Elbbachs und entstand auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Wasserburg. Ursprünglich war die Anlage von einem Wassergraben umgeben und verfügte über Zugbrücke, doppeltes Tor und mehrere Türme; Reste der klösterlichen Apsis und der Gewölbekeller weisen noch auf ältere Bauphasen hin. In der heute sichtbaren Gestalt dominiert die Renaissance-Gliederung: dreigeschossige Hufeisenanlage mit Kreuzstockfenstern, Zwerchhäusern und einem zentralen Treppenhaus, das an einen älteren Burgturm angebaut wurde.

 

Die Geschichte des Ortes reicht bis kurz nach 1190 zurück, als hier ein Hof des Zisterzienserklosters Eberbach entstand. 1320 ging das Gelände an Angehörige des Hauses Nassau über; nach Verleihung der Stadtrechte 1324 wurde Burg und Siedlung in die Stadtbefestigung einbezogen. Im 15. Jahrhundert entstanden ein hoher Saal und eine Kapelle, in den folgenden Jahrhunderten kam es zu Umbauten, Brandschäden und Besitzerwechseln. Nach einer Erbteilung 1607 entwickelte sich unter dem damaligen Landesherrn ein umfassender Umbau von der Wehrburg zum repräsentativen Schloss: Nord- und Ostflügel wurden in den 1610er Jahren erneuert, der Südflügel 1629 vollendet; Kriegspausen unterbrachen die Arbeiten, später folgten dekorative Ausbauphasen an den Innenräumen. Mit dem frühen 18. Jahrhundert endete die ursprüngliche Fürstenlinie.

 

Im 19. und 20. Jahrhundert wandelte sich die Nutzung: Gerichte, Schulen und Verwaltungsstellen nutzten Teile des Schlosses, Schul- und sanitäre Ausstattungen wurden ergänzt, während Schlossgarten und Nebentrakte mehrfach parzelliert oder abgebrochen wurden. Nach einem Leerstand wurde das Hauptgebäude 1982–1988 saniert und als Behördenzentrum umgewidmet; seit Ende des 20. Jahrhunderts sind hier verschiedene Fachbereiche des Landkreises und staatliche Dienststellen untergebracht. Im nördlichen Wirtschaftshof wurde 1988 das Stadtmuseum eröffnet; in den letzten Jahren kamen ein Krippenmuseum (2012) und ein Glasmuseum (2014) in historischen Räumen hinzu. Das Schloss verfügt zudem über den Schutzstatus nach der Haager Konvention für den Kriegsfall.

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