Am Friedrichsplatz in Mannheim nimmt die Kunsthalle Mannheim eine zentrale Rolle im städtischen Kulturleben ein und widmet sich moderner und zeitgenössischer Kunst.
Das ursprüngliche Jugendstilgebäude mit rotem Sandstein und kuppelgekröntem Mittelbau steht leicht versetzt zur Platzkante; sein T-förmiger Grundriss und die Fassadengestaltung korrespondieren mit der umliegenden Bebauung. Seit der Eröffnung 1907 im Rahmen des Mannheimer Stadtjubiläums hat das Haus mehrere bauliche Erweiterungen erfahren: Ein großer Ergänzungsbau aus den 1980er-Jahren sowie spätere Umbauten vergrößerten die Ausstellungsflächen, und ein umfassender Neubauteil wurde Ende 2017 an die Stadt übergeben. Die Wiedereröffnung im Juni 2018 fand mit einer fotografischen Präsentation statt. Teile des historischen Gebäudes wurden 2010–2013 generalsaniert; bestimmte Gebäudestrukturen blieben jedoch baulich herausfordernd und nicht vollständig barrierefrei.
Gegründet wurde die Sammlung durch großzügige Geldmittel und Hinterlassenschaften, darunter ein größerer Nachlass mit Werken von Feuerbach und Spitzweg. In den 1920er-Jahren prägte eine Ausstellung maßgeblich den Begriff „Neue Sachlichkeit“, woraufhin bedeutende Erwerbungen moderner Kunst folgten. In der NS-Zeit kam es zu Enteignungen und Verlusten: Zahlreiche Gemälde, Skulpturen und grafische Arbeiten wurden beschlagnahmt, teils versteigert und gelangten in internationale Museen. Nach Kriegsende konnten Bestände teilweise zurückgeführt und nach der Wiederinstandsetzung der Gebäude ab 1949 wieder gezeigt werden. In der Folgezeit wurden Sammlungslücken geschlossen und die Plastiksammlung systematisch ausgebaut. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde die chronologische Präsentation zugunsten thematischer Hängungen und der Einbeziehung von Fotografie und Videokunst überarbeitet; parallel entstanden neue räumliche Konzepte wie die Mannheimer Schausammlung mit zwölf Themenräumen.
Die Sammlung umfasst heute rund 2.150 Gemälde, etwa 840 Skulpturen sowie ca. 33.000 Blätter mit Zeichnungen, Aquarellen und Druckgraphiken sowie eine Werkkunstabteilung. Neben Malereien von Édouard Manet bis Francis Bacon gehören Werke bedeutender Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts zum Bestand, unter anderem Friedrich, Manet, Cézanne, Kokoschka, Munch, Macke, Dix, Beckmann, Grosz und Bacon. Die Skulpturensammlung besitzt internationale Zeugnisse des 20. Jahrhunderts und zeigt Arbeiten von Rodin, Lehmbruck, Moore, Marini, Giacometti, Serra und vielen anderen; seit den 1930er-Jahren werden außerdem Werke zeitgenössischer Bildhauerei im Skulpturengarten präsentiert. Die Graphische Sammlung setzt inhaltliche Schwerpunkte bei Zeichnungen der Romantik und des Klassizismus, der Neuen Sachlichkeit sowie bei Bildhauerzeichnungen; hinzu kommen europäische Druckgraphiken des 15. bis 18. Jahrhunderts, darunter Blätter von Dürer und Rembrandt.