Mit einem Schwerpunkt auf regionaler Geschichte, Kunst und Kultur prägt das Stadtmuseum Bocholt das kulturelle Profil der Stadt. Das Haus befindet sich in der Osterstr. 66 in einem denkmalgeschützten Gebäude im Stil des Art déco und markiert die Lage des früheren Ostertores im Bocholter Befestigungsring. Eröffnet wurde das Museum 1992; aktuell ist es aufgrund von Sanierungsarbeiten geschlossen.
Die Ausstellungsflächen verteilen sich auf vier Etagen. Im Souterrain werden die Entstehung und Geologie des Aa-Tals sowie die vor- und frühgeschichtliche Besiedlung präsentiert; die Themen reichen von Steinzeit über Bronze- und Eisenzeit bis zum Frühmittelalter unter dem Einfluss von Franken und Sachsen. Weiterführende Dauerausstellungen behandeln die Entwicklung Bocholts im Mittelalter, die Industrialisierung sowie die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs.
Im Erdgeschoss stehen Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt, exemplarisch anhand des Unternehmens A. Friedr. Flender Aktiengesellschaft; außerdem finden hier Sonderausstellungen statt. Im Obergeschoss werden graphische und künstlerische Werke gezeigt, darunter Arbeiten des Kupferstechers Israhel van Meckenem jun. († 1503), des Glasmalers Jan van Lintelo (ca. 1570, † 1631/32) sowie des Bühnenbildners Josef Fenneker (1895–1956). Das Dachgeschoss widmet sich Aspekten der historischen Alltagswelt, etwa Schmiede- und Webhandwerk sowie historischem Kinderspielzeug.
Zu den Exponaten zählen Fundstücke aus Ausgrabungen, die die Archäologische Gruppe Bocholt in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Museum für Archäologie durchgeführt hat.