Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) verknüpft seit 2017 museale Standorte in Frankfurt (Oder) und Cottbus und präsentiert damit die landesweite Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst.
Das Museum entstand durch den Zusammenschluss des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus und des Museum Junge Kunst in Frankfurt (Oder). Heute betreibt das BLMK drei Ausstellungsorte: das Dieselkraftwerk in Cottbus sowie die Rathaushalle und den Packhof in Frankfurt (Oder).
Die Sammlung umfasst mehr als 45.000 Arbeiten und gilt als weltweit umfassendste museale Zusammenstellung von Kunst aus der DDR und ihren anschließenden Traditionslinien. Rund drei Viertel des Bestandes stammen aus der Zeit der DDR; Werke des sozialistischen Realismus werden bewusst nicht als Schwerpunkt gepflegt. Als historischer Bezug dienen Bestände des frühen 20. Jahrhunderts, während der Anteil von Kunst nach der Wende bei etwa zehn Prozent liegt und hier tradierte figürliche Linien betont werden.
Das Dieselkraftwerk begann 1977 als Abteilung des Bezirksmuseums Cottbus und entwickelte sich über die Zeit zu einer eigenständigen Institution, die in verschiedenen administrativen Formen weitergeführt wurde, bis sie 2017 in das neue Landesmuseum integriert wurde.
Die Rathaushalle führt die Tradition des früheren Museum Junge Kunst fort, dessen Ursprung auf die Galerie Junge Kunst im Jahr 1965 in der Villa Trowitzsch zurückgeht. In der Sammlung der Rathaushalle befinden sich über 11.000 Werke—Malerei, Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafik, Objekte, Installationen und Skulpturen—mit Schwerpunkt auf Kunst aus der Sowjetischen Besatzungszone, der Deutschen Demokratischen Republik und den neuen Bundesländern. Die ständige Präsentation zeigt etwa 100 Arbeiten von 37 Künstlern aus vier Generationen; als Bezugspunkte fungieren sowohl Künstler, die nach 1945 studierten, als auch Autodidakten wie Carlfriedrich Claus, Monika Maria Nowak oder Carsten Nicolai. Zu den vertretenen Positionen zählen unter anderem Bernhard Heisig, Werner Tübke, Gerhard Altenbourg und Sabine Grzimek. Ein besonderes Sammelprinzip ist der gezielte Erwerb von Werken von Künstlern, die die DDR verlassen oder verlassen mussten, beispielsweise A.R. Penck und Lutz Dammbeck.
Im Packhof, im Obergeschoss des an das Junkerhaus (Museum Viadrina) angrenzenden Speichers, zeigt das Museum seit 2003 wechselnde Ausstellungen junger Künstler; hier wurden Arbeiten etwa von Richard K. H. Burkart, Daniel Klawitter, Eva‑Maria Wilde, Patricia Waller und Kristina Schuldt präsentiert.