Lambertsmühle

, 51399 Burscheid, Deutschland

Wo Sie uns finden:

PLZ/Ort
51399 Burscheid
Land
Deutschland
Telefon
021741662
Web
https://www.lambertsmuehle-burscheid.de/

Beschreibung

Die Lambertsmühle in Burscheid wird als Heimatmuseum betrieben und liegt eingebettet im waldreichen Wiembachtal des Rheinisch-Bergischen Kreises in Nordrhein-Westfalen; sie stellt die einzige erhaltene Wassermühle der Region dar.

Als Bestandteil des historischen Rittersitzes Haus Landscheid diente die Mühle seit den Anfängen der Besiedlung des Bergischen Landes vermutlich bereits im 12. Jahrhundert als Bannmühle, in der die abhängigen Bauern ihr Getreide mahlen und Abgaben entrichten mussten. Namensgebend wurde wohl ein um 1570 geborener Lambert, der das Wohnrecht in der Mühle erhielt. Bis 1751 fand sie unter der Bezeichnung „Hunds-Mühle“ Erwähnung und wechselte später mehrfach den Eigentümerkreis. Nach einem Brand im Februar 1766 wurde das Gebäude unverzüglich in seiner heutigen Gestalt wiedererrichtet. Eine integrierte Brotbäckerei wurde 1942 eingestellt; der Mahlbetrieb mit traditioneller Technik lief bis Dezember 1956 weiter. Durch wachsende Konkurrenz industrieller Großmühlen und Futtermittelbetriebe verloren sich die Aufträge, Reparaturen am Wasserrad erschienen unwirtschaftlich, und das alte Mühlenrecht erlosch. Eheleute, die zuletzt den Betrieb führten, übertrugen den Komplex mit der Auflage, dort ein Heimatmuseum einzurichten. Ein Förderverein, 1995 gegründet, übernahm die Aufgabe der Restaurierung, stellte historische Handwerksgeräte wie einen rund 200 Jahre alten Webstuhl auf und machte das Mühlwerk wieder betriebsbereit; seit 2002 läuft die Mühle zu Schauzwecken.

Das Museum dokumentiert das Mühlenanwesen und erläutert den Weg vom Korn zum Brot; außerdem werden frühere Mühlen in Burscheid und den zugehörigen Ortschaften in Text und Bild präsentiert. Das mehrgeschossige Fachwerkhaus mit Satteldach beherbergte den Getreidespeicher; an der Giebelseite zum Mühlteich sitzt das oberschlächtige Wasserrad. Original erhaltene Wohnräume mit Kölner Decken ergänzen das Ensemble, zu dem neben dem Mühlengebäude mit einem oberschlächtigen Rad (Durchmesser 5,60 m), Mahlwerk, Korn- und Mehlboden sowie Steinbackofen Stallgebäude von 1880 (heute Veranstaltungsraum), Remise, Scheune mit Maschinen, eine funktionstüchtige Schmiede, verschiedene Werkstätten, eine Webstuhlkammer, Küche, ein Hochzeitszimmer, ein Kellergewölbe, das 2014 errichtete Tisch- und Stuhllager „St. Lambertus“, ein ökologisch gestalteter Bauerngarten und landwirtschaftliche Geräte wie Apfelpresse und Dreschmaschine gehören.

Technisch handelt es sich um eine Getreidemühle mit oberschlächtigem Wasserrad; das Wasser wird rund 200 Meter oberhalb dem Wiembach entnommen, im Mühlteich gesammelt und über einen Obergraben mit zwei Schleusen zur Mühle geleitet, bevor es über den Untergraben zurückfließt. Eines von ursprünglich drei Mahlwerken wurde von einer niederländischen Mühlenbaufirma restauriert; die übrigen Basalt-Mühlsteine sind ausgestellt. Mühlrad und Innenräderwerk sind überwiegend in Holz ausgeführt; das Mahlgut verlässt den Gang als Vollkornschrot, geeignet zum Backen. Seit 1983 ist die Lambertsmühle als Baudenkmal (Nr. 22) in Burscheid verzeichnet.

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