Lindenau-Museum

Kunstgasse 1, 04600 Altenburg, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Kunstgasse 1
PLZ/Ort
04600 Altenburg
Land
Deutschland
Telefon
+49 (0)3447 8955-430
Fax
+49 (0)3447 8955-440

Web
http://www.lindenau-museum.de

Beschreibung

Im Altenburger Stadtbild nimmt das Lindenau-Museum Altenburg eine zentrale Rolle als kunsthistorische Institution ein, die die private Sammlung des sächsisch-thüringischen Staatsmannes und Kunstsammlers Bernhard August von Lindenau verwahrt und präsentiert. Das denkmalgeschützte Museumsgebäude von 1876 befindet sich in der Stadt und wird derzeit umfassend saniert; seit Januar 2020 ist das Haus geschlossen. Eine Auswahl der Bestände wird seit Juli 2020 im Interim in der Kunstgasse 1 gezeigt, Sonderausstellungen laufen im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg. Seit dem 1. Oktober 2020 arbeitet das Lindenau-Museum im Verbund der Altenburger Museen zusammen.

Die Sammlung ist international bedeutsam durch ihre Spezialsammlung früher italienischer Tafelbilder: Mit 180 Werken verfügt das Haus über die größte Zusammenstellung dieser Gattung außerhalb Italiens, mit Schwerpunkt auf Meistern aus Siena, Florenz und Umbrien (13.–16. Jahrhundert). Ergänzt wird das Angebot durch rund 300 Gipsabgüsse klassischer Skulpturen, eine Sammlung antiker griechischer Vasen, ägyptische und mesopotamische Exponate sowie Werke der italienischen Renaissance und des Klassizismus. Hinzu kommen eine umfangreiche Graphische Sammlung mit etwa 50.000 Blatt und eine herausragende Sammlung von Werken des Künstlers Gerhard Altenbourg; seit 2009 besitzt das Museum über 100 Unikate dieses Künstlers, was die weltweit größte Altenbourg-Sammlung begründet. Zudem beherbergt das Haus seit 2021 als Dauerleihgabe eine Kollektion der Klassischen Moderne.

Die Sammlungsgeschichte reicht ins 19. Jahrhundert zurück: Lindenau machte seine Bestände bereits 1848 auf dem Anwesen Pohlhof öffentlich zugänglich. Die enge Verbindung zwischen Museum und einer seit 1971 fortgeführten Kunstschule (Studio Bildende Kunst) ist ein besonderes Merkmal des Hauses. Im 20. Jahrhundert erfuhr die Sammlung einschneidende Verluste: 1937 entfernten Nationalsozialisten 43 Werke aus der Sammlung — darunter Arbeiten von Lovis Corinth, Lyonel Feininger, Max Pechstein und weiteren Künstlern — viele dieser Werke gingen verloren. Später führten Verkäufe von Künstlerkopien in den 1960er Jahren zu weiteren Verlusten.

Nach 1945 wurde das Sammlungsspektrum um europäische Malerei der Frühen Neuzeit bis zur Moderne sowie um deutsche Plastik des 19. und 20. Jahrhunderts erweitert. Bedeutende Rückerwerbungen und Dauerleihgaben haben die Bestände in jüngerer Zeit ergänzt.

Die laufende Sanierung und ein Masterplan für das Museums- und Schlossareal zielen auf Barrierefreiheit, Klimatisierung, moderne Depot- und Ausstellungsflächen sowie die Nutzung benachbarter Bauten für Sonderausstellungen und Werkstätten. Für die geplante Umsetzung wurde 2023 eine empfohlene Vorplanung benannt; Fertigstellung ist für 2027/28 vorgesehen. Unterstützende Förderkreise und regelmäßige Preise für zeitgenössische Kunst gehören zum Engagement des Hauses.

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