Am östlichen Hang des Siebenmühlentals, im Musberger Teil von Leinfelden-Echterdingen, liegt die Mäulesmühle als historischer Wohn- und Kulturort. Die Anlage befindet sich am Ostufer des Reichenbachs, wo der von Norden kommenden Weilerwaldgraben einmündet; das Tal wird hier beidseits von bewaldeten Höhen eingeschlossen. Die K 1227 erschließt den Ort und führt in Richtung Steinenbronn; die Ortszentren von Musberg, Leinfelden und Steinenbronn liegen jeweils in kurzer Luftlinie entfernt. Naturräumlich markiert die Lage den Übergang zwischen dem südlichen Glemswald und dem nördlichen Schönbuch.
Erstmals wurde die Mäulesmühle 1383 urkundlich erwähnt. Das heute sichtbare zweigeschossige Fachwerkgebäude stammt von 1819; der Wassermühlenbetrieb endete 1945. Die Bezeichnung leitet sich von der Familie Maylen zurück, die die Mühle im 17. und 18. Jahrhundert betrieb; aus „Maylens Mühle“ entwickelte sich die heutige Namensform. Eigentümer der Anlage ist die Stadt Leinfelden-Echterdingen.
Heute nutzt die Anlage das historische Gebäudeensemble für ein Mühlenmuseum und Gastronomie in Form eines Bio-Restaurants sowie für kulturelle Aktivitäten. In der zugehörigen Scheune, der sogenannten Komede-Scheuer, wurde über Jahrzehnte schwäbisches Mundarttheater gepflegt; hier entstand 1985 die Sketchreihe „Hannes und der Bürgermeister“ und ab 2019 wurden weitere Fernsehproduktionen aufgezeichnet. Bis Mai 2023 prägte eine langjährige künstlerische Leitung das Programm; seither setzt die Stadt auf ein breiteres Kulturangebot.
Rund um die Mühle finden regelmäßig generationenübergreifende Formate statt: Seit 1975 wird in den Sommerferien eine Stadtranderholung angeboten, und an Feiertagen bildet eine traditionelle Maihocketse mit musikalischer Begleitung einen festen Teil des jährlichen Veranstaltungszyklus.