Im Essener Westviertel bewahrte das Markt- und Schaustellermuseum Objekte zur Geschichte der Schaustellerei vom späten 18. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Es präsentierte das Leben und die Arbeit auf Märkten und Jahrmärkten in musealer Form.
Ursprung und Standort des Hauses liegen in einer privaten Sammelleidenschaft eines Schaustellers; die Sammlung stand bis 1996 in einer Halle am Berliner Platz beim Essener Großmarkt. Nach dem Abriss des Großmarktes stellte die Stadt eine ehemalige Fabrikhalle in der Nähe des Hauptbahnhofs unentgeltlich zur Verfügung, sodass die Exponate restauriert gezeigt werden konnten. Nach dem Tod des Gründers führten dessen Erben das Museum zeitweise ehrenamtlich weiter. 2020 endete der Museumsbetrieb; verbliebene Stücke wurden zunächst veräußert und schließlich im Mai 2023 auf einem Flohmarkt versteigert, womit das Museum endgültig geschlossen wurde.
Die Präsentation umfasste eine breite Vielfalt an Objekten: Markt- und Jahrmarktfiguren aus Holz, Porzellan, Zinn, Blech und Silber, Spiele und Puzzles sowie Wandteller und Wandteppiche mit Motiven zu Markt, Jahrmarkt und Zirkus. Ergänzt wurden Dokumente und Fotografien von Schaustellerfamilien sowie Geräte zur frühen Fotografie. Zu den ausgestellten Stücken gehörten Karussells und Karusselltiere, Moritatentafeln, Wanderkino-Ausrüstungen, Marktkarren, Schaustellerwohnwagen und ein Scherenschleiferwagen. Eine umfangreiche Sammlung von Jahrmarktsmusikinstrumenten – etwa Drehorgeln, Rückenklaviere, Harmonien, Orchestrien und Walzenorgeln – unterstrich den kulturhistorischen Wert der Sammlung; viele Stücke datieren in die letzten Jahrzehnte des 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, einige stammen aus dem 18. Jahrhundert.