Museum Brandhorst

Theresienstraße 35 a, 80333 München, Deutschland

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Straße
Theresienstraße 35 a
PLZ/Ort
80333 München
Land
Deutschland
Telefon
+49 (0)89 23805-2286
Fax
-

Web
https://www.museum-brandhorst.de/

Beschreibung

Im Kunstareal der Maxvorstadt in München nimmt das Museum Brandhorst die Sammlung von Udo und Anette Brandhorst für moderne und zeitgenössische Kunst in den städtischen Kontext auf. Das Haus liegt nördlich des Türkentors und steht in direkter Nachbarschaft zur Pinakothek der Moderne. Ein Staatsakt markierte die Einweihung am 18. Mai 2009; die öffentliche Eröffnung folgte am 21. Mai 2009. Träger des Museums sind die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Türkenkaserne entstand ein Bau mit rund 3.200 m² Ausstellungsfläche und insgesamt etwa 5.300 m² Nutzfläche. Die Fassade ist in 23 Farbtönen aus drei Farbfamilien gestaltet; 36.000 senkrecht angeordnete Keramikstäbe vor den Betonwänden erzeugen je nach Blickwinkel wechselnde optische Effekte und verbergen ein perforiertes, gefaltetes Blech, das zum Lärmschutz beiträgt. Der kompakte Gebäudekörper gliedert sich in einen zweigeschossigen Langbau und einen höheren Kopfbau im Norden, verbunden durch ein durchgehendes Fensterband. Hinter der verglasten Eingangsfassade liegt ein großzügiges Foyer mit Museumskasse. Der Bau wurde vom Freistaat Bayern finanziert; die Kosten lagen bei etwa 47 Millionen Euro. Geplant ist eine hohe Energieeffizienz durch Wärmepumpen, Nutzung des erwärmten Grundwassers mittels Wärmetauscher und Bauteilaktivierung zur Temperaturregelung. Kritik durch den obersten Rechnungshof bemängelte 2015 noch ungeklärte Baumängel und eine unbefriedigend arbeitende Tageslichtsteuerung sowie einen höheren Energieverbrauch als vorgesehen.

Die Ausstellungsräume verteilen sich über drei Ebenen. Im Obergeschoss befinden sich die größten Säle mit bis zu 450 m² Fläche und einer Raumhöhe von rund 9 Metern; Böden und Treppen sind aus massivem, hellem Eichenholz ausgeführt, die Wände weiß gehalten. Lichtdecken aus transluzenten Textilien sorgen für gleichmäßige Tageslichtverteilung, dem im Haus grundsätzlich der Vorzug gegenüber Kunstlicht eingeräumt wird. Ein polygonaler Saal wurde eigens für den Lepanto-Zyklus ausgelegt, dessen zwölf großformatige Bilder in einem weiten Halbrund gezeigt werden. Kleinere, versetzt angeordnete Räume im Erdgeschoss ermöglichen überraschende Blickachsen; Tageslicht gelangt hier über Reflektoren und Seiten-Oberlichter. Von der Lounge im Obergeschoss eröffnet sich ein besonderer Ausblick auf die Pinakotheken.

Die Sammlung umfasst über 700 Werke mit einem Schwerpunkt auf Künstlern, die seit 1945 prägend waren. Herausragend ist die umfangreiche Präsenz von Cy Twombly: mehr als 200 Arbeiten, darunter Gemälde, Skulpturen, Grafik und Fotografien, machen dies zur größten Twombly-Sammlung in Europa; Twomblys Lepanto-Zyklus von 2001 nimmt eine ganze Etage ein. Andy Warhol folgt in Umfang mit über 100 erworbenen Arbeiten. Weitere im Bestand vertretene Positionen reichen von Joseph Beuys und Sigmar Polke bis zu Damien Hirst, John Chamberlain, Bruce Nauman und Eric Fischl. Die Stiftung zeigte 2011 zudem eine Präsentation von Künstlerbüchern und eine Ausstellung mit Fotografien zu Twombly.

Die Sammler begannen in den 1970er Jahren mit Bestandsbildungen, zunächst mit Werken der Klassischen Moderne, später mit gezielten Erwerbungen aus der westdeutschen und amerikanischen zeitgenössischen Szene. 1993 wurden die Bestände in eine Stiftung überführt, um die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen; seither wurden Schwerpunkte, insbesondere auf amerikanische Kunst der 1960er bis 1990er Jahre, systematisch ausgebaut. Die Gründung des Museums erfolgte nach Verhandlungen, in deren Folge der Freistaat Bau und Betrieb übernahm, während die Stiftung ein Kapital von 120 Millionen Euro einbrachte; jährlich stehen daraus Mittel für Ankäufe zur Verfügung. Die Vereinbarung räumt der Stiftung Entscheidungsbefugnis über Ausstellungen und Erwerbungen ein, die öffentliche Hand nimmt eine Minderheitenposition im Stiftungsrat ein.

Schon vor und nach der Eröffnung übte die Fachöffentlichkeit Kritik an der Sammlung und an der öffentlich finanzierten Museumsgründung; diskutiert wurden die Stilheterogenität des Bestands, mögliche Überschneidungen mit der Pinakothek der Moderne und die politische Dimension der Finanzierung. Vermittlungsangebote laufen in Kooperation mit dem Besucherdienst der Pinakotheken und der Münchner Volkshochschule.

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