Im Herzen der Lüner Innenstadt prägt das Museum der Stadt Lünen seit dem 1. Juli 2025 die denkmalgeschützte Villa Urbahn als neue Heimstatt und steht direkt neben dem Rathaus. Die Einrichtung verbindet historische Substanz mit zeitgenössischer Architektur: Der Altbau aus den 1920er Jahren wurde restauriert, ein moderner Neubau ergänzt das Ensemble und beide Teile sind miteinander verbunden.
Inhaltlich legt das Museum Wert auf sinnlich erfahrbare Objekte; der Parcours ist thematisch gegliedert und ermöglicht eine intuitive Orientierung. Tastbare Modelle und Materialproben gehören ebenso zum Vermittlungskonzept wie erzählerische Objektinszenierungen.
Die dauerhafte Präsentation erzählt die Geschichte Lünens anhand thematischer Einheiten mit Schwerpunkt auf Alltagsleben, wirtschaftlicher Entwicklung und prägenden Personen der Stadt. Zu den Kernbereichen zählen Warengeschichten zur Arbeit und Industrie, Erinnerungsstücke aus Familien- und Alltagskultur sowie eine interaktive „Schätze“-Wand mit besonderen Exponaten. Ein Raum im Untergeschoss dient wechselnden Sonderausstellungen. In der Lünen-Galerie werden bekannte Persönlichkeiten der Stadt vorgestellt; Besucherinnen und Besucher können sich über eine Medienanwendung mit einem digitalen Scherenschnittportrait integrieren, das in einer Datenbank gespeichert und auf einer Galeriewand gezeigt wird.
Bis 2023 war das Museum im Schloss Schwansbell untergebracht; mit dem Umzug wurde das Ausstellungskonzept überarbeitet und Teile der früheren Dauerausstellung nicht übernommen. Zu den früher gezeigten Themen gehörten Wohnkultur 1840–1930 mit vier Wohnräumen und einem Schlafzimmer, darunter eine Einrichtung aus den 1840er/1850er Jahren, sowie drei Räume um 1900 (Wohnzimmer einer Beamtenfamilie und Wohnküche einer Arbeiterfamilie) und ein Herrenzimmer von 1930 mit Erinnerungsstücken aus Deutsch-Ostafrika.
Weitere historische Bestände konzentrierten sich auf Gusseisen und Öfen, darunter Zimmeröfen, Herde, Werkstattöfen und Schützengrabenöfen sowie Beispiele des Eisenkunstgusses; auf Spielzeug und Puppen, die soziale Leitbilder spiegeln und Hinweise auf Kinderarbeit in der Puppenherstellung geben; auf eine Keramiksammlung mit Töpferware aus der Region und importierten Stücken sowie auf landwirtschaftliche und handwerkliche Geräte in einem hallenartigen Raum des ehemaligen Stall- und Scheunengebäudes, ergänzt durch Werkstätten wie Schneider, Bäckerei, Holzschuhmacherei und Schuster.