Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz e.V.

Zwickauer Straße 77, 09112 Chemnitz, Deutschland

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Straße
Zwickauer Straße 77
PLZ/Ort
09112 Chemnitz
Land
Deutschland
Telefon
+49 (0) 371 260 11 96
Fax
-

Web
http://www.fahrzeugmuseum-chemnitz.de/
E-Mail
fahrzeugmuseum@aol.com

Beschreibung

Am Rande des Kapellenbergs an der Zwickauer Straße stehen die Stern-Garagen, auch Garagenhof Chemnitz genannt; das sechsgeschossige Bauwerk aus dem Jahr 1928 prägt den Stadtraum und ist Teil des automobilen Erbes der Zwischenkriegszeit. Neben vergleichbaren Anlagen in Halle (Großgarage Süd, 1929) und Berlin (Kant-Garagenpalast, 1930) zählt es zu den bedeutenden erhaltenen Hochgaragen in Deutschland.

 

Die Entstehung des Garagenhofes ist eine Antwort auf das rasch wachsende Verkehrsaufkommen der 1920er Jahre und den Mangel an innerstädtischen Parkflächen. Als Standort wählte man ein zentrumsnahes Areal an der stark befahrenen Zwickauer Straße in der Nähe des Wohngebiets Kaßberg; vorab gab es erhebliche Einwände benachbarter Betriebe wegen möglicher Lichtverluste. Trotz dieser Proteste erhielt das Bauvorhaben 1928 die Genehmigung und wurde noch im Oktober desselben Jahres fertiggestellt. Die Fassadengestaltung mit Teilverglasung und die sachliche Formensprache entsprechen dem Stil der Neuen Sachlichkeit.

 

Der ursprüngliche Garagenbetrieb endete 1940/41; im Zweiten Weltkrieg nutzte die Kriegsmarine das Gebäude als Lager, und Bombentreffer im Februar und März 1945 verursachten nur geringe Schäden. In den Nachkriegsjahrzehnten diente das Haus weiterhin als Lagerraum, die erste Etage wurde von einem Fahrbereitschaftsdienst bis in die 1980er Jahre als Garage und Werkstatt genutzt, wofür eine Rampe angebracht wurde.

 

Nach der Wiedervereinigung kam die Immobilie an die früheren Eigentümer zurück; ein geplantes Großhandelsprojekt wurde nicht realisiert. Seit 2008 befindet sich im Erdgeschoss das Museum für sächsische Fahrzeuge. In den mittleren Etagen nutzt ein Möbelladen die ehemaligen Parkboxen als ausgestaltete Zimmer in seiner Ausstellung.

 

Architektur und Nutzungskonzept sind typisch für Großgaragen der Periode: sechs Etagen mit rund 300 Parkboxen, von denen etwa 120 verschließbar waren. Drei Autolifte transportieren Fahrzeuge in die Obergeschosse; sie messen circa 2,60 m in der Breite und fast 6 m in der Tiefe und tragen bis zu drei Tonnen; diese Aufzüge sind bis heute erhalten. Getrennte Personenaufzüge und Treppenhäuser, ein serviceorientiertes Personal sowie umfassende Serviceangebote — von Werkstatt- und Lackierarbeiten über Schmierdienste bis zur Reinigung — richteten sich vor allem an die wohlhabende Bürgerschaft. Teilverglaste Rückfassade und Dach gewährten eine für die Zeit ungewöhnlich gute Beleuchtung und Belüftung der Fahrzeugunterbringung.

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