Museum für Völkerkunde Dresden, Japanisches Palais

Palaisplatz 11, Japanisches Palais, 01097 Dresden, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Palaisplatz 11, Japanisches Palais
PLZ/Ort
01097 Dresden
Land
Deutschland
Telefon
0351/8144-860
Fax
0351/8144-888

Web
https://voelkerkunde-dresden.skd.museum/

Beschreibung

Als Bestandteil der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen präsentiert das Museum für Völkerkunde in Dresden eine umfangreiche Sammlung ethnographischer und anthropologischer Objekte. Es gehört zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und nutzt Ausstellungsflächen im Japanischen Palais; Depot- und Funktionsbereiche befinden sich unter anderem im Adolf-Bernhard-Meyer-Bau in Dresden-Klotzsche. Das Haus zeigt wechselnde Ausstellungen aus den eigenen Beständen sowie Gastpräsentationen.

Die Sammlungen gehen bis auf die im Jahr 1560 gegründete Kunstkammer des Kurfürsten von Sachsen zurück; die fürstliche Sammelpraxis setzte sich im 16. und 17. Jahrhundert fort und erfuhr unter dem Herrscher August des Starken einen bedeutenden Zuwachs an außereuropäischen Objekten. Bereits im 18. Jahrhundert wurden Kunst- und naturwissenschaftliche Bestände räumlich getrennt und Teile in den Zwinger überführt. Ende des 19. Jahrhunderts entstand im Zuge der Differenzierung von Natur- und Geisteswissenschaften eine eigene ethnographische Abteilung im Naturhistorischen Kontext, die sich vor allem auf materielle Zeugnisse von außereuropäischen Regionen konzentrierte und Sammelaktivitäten etwa im indonesisch-ozeanischen Raum förderte.

Im frühen 20. Jahrhundert erfolgte eine Professionalisierung der Sammlungsarbeit durch fachliche Besetzung und enge Verknüpfung von Sammlung, Forschung und Lehre; die Sammlungsaktivitäten weiteten sich bis in die 1930er Jahre aus. Während des Zweiten Weltkriegs konnten viele Bestände ausgelagert und so erhalten werden, dennoch gingen einzelne großformatige Objekte und Teile der historischen Bildersammlung verloren. Nach 1945 wurden die zurückgeführten Bestände reorganisiert, die anthropologischen Sammlungen zusammengeführt und der Sammlungsausbau vor allem durch Privatzugänge und staatliche Beschaffungen weitergeführt. 1954 zog das Museum in das Japanische Palais; in der Folgezeit wurden Regionenforschung und Studiensammlungen gezielt erweitert.

Seit 1990 ergänzten wissenschaftliche Sammelreisen die Bestände, unter anderem nach Brasilien, Indonesien, Papua-Neuguinea und Tunesien. 1999 entstand ein modernes Depot- und Funktionsgebäude (Adolf-Bernhard-Meyer-Bau) für die Sammlungen. 2004 wurden die Museen in Dresden, Leipzig und Herrnhut zu den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen zusammengeführt. Heute umfassen die Sammlungen rund 300.000 Objekte und etwa 200.000 Bilddokumente aus Ozeanien, Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa.

Seit September 2022 ist das „Dresdner Damaskuszimmer“ mit osmanischer Holzvertäfelung von 1810/11 zugänglich; die Paneele stammen aus einem Stadthaus in Damaskus, wurden Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa gebracht, 1930 dem Museum übergeben und nach längerer Depotzeit restauriert. Die Holztafeln zeigen florale und figürliche Motive sowie goldene arabische Schriftzüge eines Gedichts.

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