Im Zentrum von Traunstein vermittelt das Stadtmuseum Heimathaus Traunstein stadt- und regionalgeschichtliche Themen in musealer Form. Es zeigt, wie sich Leben, Arbeit und Glauben in der Region über die Jahrhunderte entwickelt haben.
Das Museum ist am Stadtplatz 2–3 untergebracht und bezieht Räume im sogenannten Brothausturm sowie im ehemaligen Ziegleranwesen. Die Gebäude sind Teil des historischen Stadtensembles: der Torturm wurde 1541 errichtet und im 18. Jahrhundert ausgebaut, das Zieglerwirtshaus stammt aus dem späten 17. Jahrhundert und trägt Erdgeschosslauben und einen Erker.
Die Sammlung begann im 19. Jahrhundert mit einer privaten Initiative; zunächst wurden Objekte in Apothekenräumen und später im Rathaus gezeigt. 1919 übergab eine Traunsteiner Einwohnerin ihr Haus zugunsten eines städtischen historischen Museums. Seit 1923 sind die Bestände am heutigen Standort zugänglich. Träger war lange Zeit die Stadt; seit 1951 wird der Betrieb von der Stiftung Heimathaus verantwortet. Die anfängliche Betreuung erfolgte ehrenamtlich durch örtliche Vereinskräfte; seit 1991 gibt es eine hauptamtliche Museumsleitung.
Die Ausstellung spannt einen Bogen von Vor- und Frühgeschichte über Mittelalter und Frühe Neuzeit bis zur jüngeren Stadtgeschichte. Besondere Schwerpunkte bilden die Darstellung der früheren Saline bis 1912 sowie die Bereiche Handwerk, Handel und Gewerbe. Ergänzt wird das Angebot durch Gemälde, sakrale Kunst, Zeugnisse des Volksglaubens und des Brauchtums sowie Objekte zur bürgerlichen und bäuerlichen Kultur des Chiemgaus. Regelmäßig werden Sonderausstellungen gezeigt; Beispiele sind „VOM ANTLITZ ZUM SELFIE“ (Gastbeitrag der Städtischen Galerie Traunstein, Okt.–Dez. 2021), die Feier „100 Jahre Museum im Heimathaus Traunstein“ (Apr.–Okt. 2023) sowie thematische Ausstellungen zu jüdischem Leben und zur Rechts- und Stadtgeschichte im Frühjahr 2025. Ein angeschlossenes Spielzeugmuseum mit historischen Stücken aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde 2025 geschlossen.