Museum Schloss Moritzburg

Schloss, 01468 Moritzburg, Deutschland

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Straße
Schloss
PLZ/Ort
01468 Moritzburg
Land
Deutschland
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(03 52 07) 8 73- 610 oder -611
Fax
-

Web
http://www.schloss-moritzburg.de/
Tags
Schloss

Beschreibung

Schloss Moritzburg in der Gemeinde Moritzburg bei Dresden präsentiert sich als barocke Jagdresidenz der sächsischen Kurfürsten und Könige, gelegen auf einer künstlichen Insel im Schlossteich. Heute fungiert das Anwesen als Museum, Veranstaltungsort und häufiger Drehort für Filmproduktionen.

Die Anlage geht auf ein im 16. Jahrhundert errichtetes Jagdhaus unter Herzog Moritz zurück, das später Dianenburg genannt wurde. Im 17. Jahrhundert entstand die Schlosskapelle; Ende des Jahrhunderts wurde sie katholisch geweiht. Im frühen 18. Jahrhundert ließ Kurfürst August den Starken das Haus zu einem repräsentativen barocken Vierflügelbau umbauen und mit Terrassen, Rampen, Brücken sowie Teichen und Tiergehegen umgeben. Um 1800 wurde die umgebende Landschaft weiter ausgestaltet; Pavillons, Brunnen, Hafenanlagen und ein Leuchtturm ergänzten das Ensemble. Nach kriegsbedingten Verlusten und Enteignung diente das Schloss ab der Nachkriegszeit als Museum; Teile des Inventars gingen 1945 verloren, einzelne vergrabene Schätze wurden später wiedergefunden und konserviert.

Architektur und Innenausstattung zeichnen sich durch eine symmetrische Vierflügelanlage mit vier direkt angebundenen Türmen und einem podestartigen Sockelgeschoss aus. Im Erdgeschoss erinnern Kreuzgewölbe an den Renaissanceursprung; im ersten Obergeschoss liegen vier zweigeschossige Prunksäle (Billardsaal, Speisesaal, Steinsaal, Monströsensaal). Die Turmnamen verweisen auf historische Funktionen wie Küche und Backstube; Kellerräume dienten als Wirtschaftsräume und Ställe. Außenflächen sind durch Terrassen mit barocken Figuren und Wasserspielen geprägt.

Im Inneren zeigt das Museum höfische Wohnkultur des 18. Jahrhunderts: Lack- und Prunkmöbel, Augsburger Silber, Gemälde, Gala-Kutschen und reich verzierte Ledertapeten, von denen elf Räume erhalten sind. Die prunkvolle Trophäensammlung der Rothirsche zählt zu den bedeutendsten weltweit; im Speisesaal hängen zahlreiche alte Geweihe, darunter ein besonders schweres Exemplar. Der Steinsaal beherbergt Ren- und Elchgeweihe sowie eine urgeschichtliche Hirsch-Trophäe von großer Altersstellung. Der Monströsensaal versammelt krankhaft veränderte Geweihe. Weitere Kostbarkeiten sind ein mit etwa einer Million Federn gearbeiteter Bettvorhang, seit 2003 wieder zu sehen, sowie historische Wandteppiche; ein Bildteppich mit Kaiser Karl V. kehrte 2022 zurück und wird seit Mai 2024 präsentiert.

Der umgebende Landschaftspark schließt Sichtachsen zum Fasanenschlösschen, den Venusbrunnen und ein sternförmiges Schneisensystem für die Parforcejagd ein. Schlossteich und Friedwaldteiche dienen seit der Entstehungszeit der Karpfenzucht; Kanäle erlauben gezieltes Abfischen. Das Hellhaus im Friedewald wird denkmalpflegerisch instand gesetzt.

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