Im Dortmunder Stadtteil Obernette befindet sich das Nahverkehrsmuseum Dortmund in der ehemaligen Lokomotiv-Instandsetzungswerkstätte Betriebswerk Mooskamp (BwM). Die Anlage gehört zu den letzten noch betrieblich genutzten, ehemaligen Bw der RAG und bildet damit einen bedeutenden historischen Ort der regionalen Verkehrsgeschichte.
Das Museum verknüpft pädagogisch-historische Vermittlung mit arbeits- und sozialpolitischen Maßnahmen in Kooperation mit Jobcenter und Stadt Dortmund; die Räume der Lokhalle werden zudem für private und betriebliche Veranstaltungen genutzt. 2013 wurde das Verkehrsmuseum in die Route der Industriekultur aufgenommen; ein historisches Fahrzeug aus dem Bestand wird außerdem in der DASA – Arbeitswelt Ausstellung gezeigt.
Auf einem etwa neun Kilometer langen Netz ehemaliger Hoesch- und Kokereigleise betreibt das Museum Fahrten mit historischen Dortmunder Straßenbahnen zur benachbarten Kokerei Hansa und weiter bis Ellinghauser Straße im Nordosten sowie nahe der Rheinischen Straße im Süden. Weil die Strecke nicht elektrifiziert ist, erhalten die Straßenbahnwagen ihren Strom über angekoppelte Generatorwagen. Die Infrastruktur umfasst den Betriebshof Obernette mit mehreren Hallen- und Abstellgleisen, Anbindungen an Hoesch-Trassen sowie Brücken- und Tunnelbauwerke, die für den musealen Verkehr instand gehalten wurden.
Trieb- und Beiwagen des Bestands datieren zwischen 1908 und 1978. Erhaltene Typen reichen von frühen zweiachsigen Triebwagen über Gelenkwagen und GTW-Modelle bis zu N8C‑Typen, ergänzt durch Beiwagen, Arbeitslore, Generatorwagen sowie Dienst- und Rangierlokomotiven und gummibereifte Einsatzfahrzeuge. Betreiberseitig organisiert die Bahnhof Mooskamp gemeinnützige GmbH die Eisenbahninfrastruktur, während die Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Stadtwerke (VhAG DSW) e. V. den musealen Betriebsverkehr verantwortet.
Im Rahmen stadtischer Planungen, unter anderem mit Blick auf die Internationale Gartenausstellung 2027, sind Erweiterungen und barrierefreie Haltepunkte vorgesehen; langfristig ist die Umrüstung der Generatorwagen von Diesel- auf Batterieantrieb vorgesehen, um den betrieblichen Fahrbetrieb zu modernisieren.