Naturhistorisches Museum Mainz

Reichklarastr. 10, 55116 Mainz, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Reichklarastr. 10
PLZ/Ort
55116 Mainz
Land
Deutschland
Telefon
+49 6131 122646
Fax
+49 6131 122975

Web
http://www.uni-mainz.de/~lsnhmmz/

Beschreibung

Das Naturhistorische Museum Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz (nhm) in Mainz bewahrt und präsentiert die naturwissenschaftlichen Bestände des Landes. Es verbindet biologische und geowissenschaftliche Forschung mit Öffentlichkeitsarbeit und zeigt auch Exponate aus dem Partnerland Ruanda.

Ein Teil der Ausstellungsflächen befindet sich in der ehemaligen Klarissenkirche St. Klara, deren Baugeschichte ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Das Kloster erwarb im Mittelalter umfangreiche Ländereien und Privilegien, wandelte seine Besitzverhältnisse mehrfach und wurde in der Spätzeit des 18. Jahrhunderts säkularisiert; Pläne zur Umnutzung in ein Hospital blieben unvollendet. In den folgenden Jahrhunderten dienten die Gebäude unter anderem als Notunterkunft, militärische Einrichtung, Lager und während der Besatzungszeit zeitweise als Bäckerei oder Proviantamt.

Die museale Sammlung entstand 1834 mit der Gründung der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft. Die Kirche des ehemaligen Klosters wurde im 19. Jahrhundert umgebaut und diente ab 1910 als Museumsgebäude. Bedeutende Fossilfunde der 1920er Jahre aus Nierstein (Perm, Fährtenplatten, ca. 290 Mio. Jahre) und aus Wallertheim (eiszeitliche Jägerraststelle) trugen zur Bekanntheit des Hauses bei. Ein Großteil der Bestände ging bei der Zerstörung der Kirche durch Bomben im Februar 1945 verloren. Der Wiederaufbau der Sammlungen erfolgte nach dem Krieg, die erneute Öffnung erfolgte 1962. Nach Sanierungsarbeiten, die 2007 begannen, und einem Umbau wurde das Museum Ende September 2019 wiedereröffnet.

Die Ausstellung zeigt unter anderem Perm-Fährten aus Nierstein sowie mehr als 25.000 Funde aus den Mosbacher Sanden bei Mainz-Amöneburg mit eiszeitlichen Tieren wie Flusspferd, Steppenmammut, Elch, Wolf, Mosbacher Löwe, Panthera gombaszoegensis und Säbelzahnkatze (vor etwa 500.000 Jahren). Ein historischer Meilenstein war 1988 die Gründung der Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz zur systematischen Dokumentation biologischer und geowissenschaftlicher Belegsammlungen. Zu den Schauräumen zählen seltene Quagga-Präparate, Pferdefunde vom Eozän bis zur Gegenwart, eine umfangreiche Mineraliensammlung zu den Bodenschätzen von Rheinland-Pfalz und ein Schwerpunkt zur heimischen Vogelwelt.

Seit November 2024 werden im linken Flügel des Museums temporär einige Exponate des Gutenberg-Museums unter dem Titel „Gutenberg-Museum MOVED“ gezeigt. Im Typmineral-Katalog Deutschland ist das Museum als Depot für die Typmineralien Belendorffit (HT, M 2004/57-LS) und Strengit (HT, M 1989/709) verzeichnet; der Typmineralkatalog der IMA führt zudem Hentschelit (CT) als deponiertes Typmineral.

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