NS-Dokumentationszentrum München

Brienner Straße 1, 80333 Munich, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Brienner Straße 1
PLZ/Ort
80333 Munich
Land
Deutschland
Telefon
+49 89 233-67000
Web
https://www.nsdoku.de/

Beschreibung

Im Kunstareal an der Brienner Straße steht das NS-Dokumentationszentrum München – Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus, eine Institution, die von der Landeshauptstadt München gemeinsam mit dem Freistaat Bayern und der Bundesrepublik Deutschland getragen wird. Das Zentrum wurde am historischen Ort des früheren „Braunen Hauses“ errichtet und hat seit seiner Eröffnung am 30. April 2015 die Adresse Max‑Mannheimer‑Platz 1, benannt nach dem Holocaust-Überlebenden, der sich für die Einrichtung stark gemacht hatte.

München als „Hauptstadt der Bewegung“ bildet den geographischen und historischen Ausgangspunkt der Einrichtung. Erste Ideen für eine Gedenk- und Bildungsstätte entstanden bereits nach 1945, fanden aber erst in den späten 1980er und insbesondere nach dem Grundsatzbeschluss von 2001 politische Unterstützung. In der Folge wurden Vorarbeiten, Bürgerbeteiligung und wissenschaftliche Gremien eingesetzt; 2009 vereinbarten Bund, Freistaat und Stadt die gemeinsame Realisierung, Bauarbeiten begannen 2011 und die Grundsteinlegung erfolgte 2012.

Das Zentrum verknüpft topografische Bezüge rund um den Königsplatz mit einer Dauerausstellung, die Fragen nach Münchens Rolle beim Aufstieg der NSDAP und der Gegenwartsbedeutung der Geschichte stellt. Die Ausstellung ist in zahlreiche Hauptthemen gegliedert, richtet sich explizit an Schulklassen und ein breites Publikum und kombiniert historische Darstellung mit lokalen und biografischen Bezügen sowie der Reflexion über Kontinuitäten bis in die Gegenwart. Im Untergeschoss befindet sich ein Lernforum mit einer Handbibliothek von fast 3.000 Bänden, Medientischen und rund 24 Recherchestationen; dort sind u. a. ein Lexikon mit über 1.000 Einträgen und die Erfassung von Wohnorten mehrerer zehntausend Opfer dokumentiert.

Architektur und Ausstellungsbetrieb entstanden nach einem Wettbewerbsverfahren: Das Gebäude ist als oberirdischer Würfel mit sechs Geschossen über zwei doppelt großen Untergeschossen konzipiert, geprägt von weißem Sichtbeton und lamellenartigen Fassadenöffnungen. In den Kellergeschossen liegen ein Veranstaltungssaal für rund 200 Personen sowie weitere Veranstaltungs- und Vertiefungsräume. Als Außenprojekt gehört die Gedenkstätte des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Neuaubing zum Zentrum; sie wurde als Lernort für Schulklassen konzipiert und dokumentiert die Geschichte von Zwangsarbeitern, darunter Ukrainer, im Zeitraum 1943 bis April 1945.

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