Im Zentrum von Emden fungiert das Ostfriesische Landesmuseum Emden als regionales Kulturinstitut, das die Kunst-, Kultur- und Landesgeschichte Ostfrieslands in einen europäischen Zusammenhang stellt. Träger sind die Stadt Emden und die Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden seit 1820 (kurz: 1820 die KUNST). Von den mehr als 50.000 Objekten des Bestands werden in der Dauerausstellung rund vier Prozent gezeigt; darüber hinaus ergänzen wechselnde Sonderausstellungen das Angebot.
Die Wurzeln des Hauses reichen ins frühe 19. Jahrhundert zurück: 1820 gründete sich die Genossenschaft mit dem Ziel, regionale Kulturgüter zu bewahren. Nach mehreren Standortwechseln und Erweiterungen wurden Bestände der Gesellschaft und der Stadt 1962 zusammengeführt und im wiederaufgebauten Rathaus am Delft präsentiert, das seither als Kulturort dient. Zwischen 2003 und 2005 wurde das Museum für eine grundlegende Neugestaltung geschlossen; die Wiedereröffnung erfolgte am 6. September 2005 unter dem heutigen Namen.
Die Sammlungen konzentrieren sich auf die Verflechtungen Emdens und Ostfrieslands mit der europäischen Kulturgeschichte. Gezeigt werden niederländische Gemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts, ostfriesische und norddeutsche Werke des 19. und 20. Jahrhunderts, Druckgrafik, Städte- und Seekarten sowie kirchliche Plastik, Münz- und Silberschmuck und Alltagsobjekte. Archäologische Funde reichen von der Besiedlung bis in die Frühe Neuzeit; die Moorleiche „Mann von Bernuthsfeld“ gehört zu den bedeutendsten Stücken und wird seit 2016 in einem eigenen Raum präsentiert. Die 2011 gegründete „Stiftung für bildende Kunst und Kultur in der deutsch-niederländischen Ems-Dollart-Region“ (StibiKu) bildet einen institutionellen Rahmen für weitere Übernahmen zeitgenössischer Werke.
Die Dauerausstellung umfasst etwa 2.800 Exponate auf rund 2.880 m² und verteilt sich über fünf Etagen in thematisch gegliederte Bereiche: Kartografie und Küste mit historischen Seekarten und multimedialen Zugängen, frühe Küstenbesiedlung mit großem Diorama zum Deichbau, Kirchengeschichte und Friesische Freiheit, die Stadtgeschichte Emdens mit ihrer Blüte im 16. Jahrhundert, die Gemäldegalerie sowie ein Kalendarium zur neueren Geschichte. Weitere Schwerpunkte sind die Emder Rüstkammer mit Waffen der „Goldenen Zeit“ sowie die seit 2012 gezeigte Neue Galerie mit regionaler Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Ein Turmbereich erinnert an Türmer, Nachtwächter und das städtische Glockenspiel, dessen größtes Geläut die Inschrift „Civibus Hostitibusque Embdae Gaudio“ trägt.