Am Elbufer von Hamburg liegt das Puppenmuseum Falkenstein, ein Haus, das sich der europäischen Kultur- und Sozialgeschichte widmet und bürgerliche Lebenswelten vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre dokumentiert.
Untergebracht ist das Museum in einer weißen Villa, die 1923–1924 im Stil des Neuen Sachlichen Bauens errichtet wurde und als Architekturdenkmal geführt wird. Die Villa steht am Hohen Elbufer zwischen Altona und Wittenbergen auf einem Geestrücken über dem Strand und ist über einen Elbwanderweg angebunden.
Das Gebäude wurde bereits 1925 im ersten Band der Bauhausbücher publiziert. Mitte des 20. Jahrhunderts wechselte das Eigentum; in den 1970er Jahren bestand eine Abbruchgenehmigung, die nicht umgesetzt wurde. Nach einem Verfall ging das Anwesen 1980 in städtischen Besitz über. Eine Sammlerin finanzierte 1985 die Sanierung und den Unterhalt, sodass das Museum im Mai 1986 eröffnet werden konnte. Noch im Jahr 1986 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt.
Die Ausstellung umfasst antike Puppenstuben verschiedener Epochen und Stilrichtungen sowie Hunderte detailgetreuer Miniaturobjekte, die im Alltag selten bewahrt bleiben. Die Puppen sind in zeittypischer Kleidung präsentiert und machen Modeentwicklung sowie den Wandel von Schönheitsidealen sichtbar. Thematisiert wird außerdem der historische Wandel des Rollenbildes der Frau als Reflex gesellschaftlicher Veränderungen.