In Mannheim bildet das städtische Museumsnetzwerk Reiss-Engelhorn-Museen (rem) einen zentralen Ort für Archäologie, Kulturgeschichte, Musikwissenschaft und Fotografie. Als kommunaler Eigenbetrieb der Stadt wird das Verbundsystem institutionell von der rem gGmbH unterstützt, in der mehrere Förderstiftungen gebündelt sind.
Die Wurzeln der Sammlungen reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück und gehen auf die kurfürstlichen Sammlungen von Carl Philipp und Karl Theodor zurück. Im 19. Jahrhundert wurden Bestände des Mannheimer Altertumsvereins und des großherzoglichen Antiquariums zusammengeführt. Einzelne Häuser entstanden im frühen 20. Jahrhundert; der Gedanke eines Reiß-Museums wurde durch eine testamentarische Zuwendung 1913 begründet und nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Wiedereröffnung des Zeughauses 1957 umgesetzt. Mit einer großen privaten Zustiftung Anfang des 21. Jahrhunderts weitete sich die Förderung aus, woraus die heutige Namensgebung und finanzielle Unterstützung resultierten. Seit 2014 koordiniert die rem gGmbH die Aktivitäten mehrerer Stiftungen; 2024 trat eine weitere Stiftung mit einer mehrmillionigen Zuwendung hinzu. Die Besucherzahlen liegen seit Jahren überwiegend zwischen 200.000 und 300.000.
Inhaltlich umfassen die Reiss-Engelhorn-Museen mehrere Standorte in der Mannheimer Innenstadt. Das Museum Zeughaus zeigt antike Objekte, Sammlungen zur bürgerlichen Kunst- und Kulturgeschichte vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert sowie das Forum Internationale Photographie. Gegenüber dazu präsentiert das Museum Weltkulturen ethnographische und archäologische Sammlungen, darunter umfangreiche Bestände aus Afrika und dem Südpazifik; Teile dieser Sammlungen haben umstrittene Herkunftswege. Das Bassermannhaus widmet sich Musik, Kunst und Musikinstrumenten, das Schillerhaus rekonstruiert Schillers Mannheimer Jahre. Ergänzt werden die Einrichtungen durch spezialisierte Forschungs- und Laborzentren für Archäometrie sowie durch ein Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte mit mehreren Forschungsstellen. Neu eröffnete Räume zeigen Foto- und Glaskunst.
Die Institution stand in den vergangenen Jahren wiederholt im Fokus juristischer Auseinandersetzungen um die Schutzfähigkeit von Museumsfotografien; Gerichte fällten unterschiedliche Entscheidungen, bevor eine Urheberrechtsreform 2021 die rechtliche Lage für Reproduktionen gemeinfreier Werke veränderte.