Rieck-Haus / Vierländer Freilichtmuseum

Curslacker Deich 284, 21039 Hamburg, Deutschland

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Hamburg

Wo Sie uns finden:

Straße
Curslacker Deich 284
PLZ/Ort
21039 Hamburg
Land
Deutschland
Telefon
040 - 723 12 23
Fax
040 - 723 25 91

Web
https://www.bergedorfer-museumslandschaft.de/ueber-uns/rieck-haus

Beschreibung

Im Hamburger Stadtteil Curslack veranschaulicht das Rieck-Haus das bäuerliche Leben in den Vierlanden vor der Industrialisierung. Das Freilichtmuseum nutzt dafür ein historisches Gehöft mit Hallenhaus am Curslacker Elbdeich, das bis etwa 1940 landwirtschaftlich genutzt wurde und seit den 1950er-Jahren zur Bergedorfer Museumslandschaft gehört.

 

Die schriftlichen Quellen zum Hof reichen bis ins Jahr 1633 zurück; in diesem Jahr entstanden Besitzinschriften im Sturz der Seitentür und in einem Hofbalken mit der Eintragung „Carsten und Catrina Timm, geb. Eggers“. Dendrochronologische Befunde deuten auf ein Kerngerüst aus rund 1532 hin; Reparatur- bzw. Umbauphasen sind für 1545 und 1565 belegt. Errichtet wurde der Hof in einer Zeit, da Entwässerung und Eindeichung der Elbniederung weitgehend abgeschlossen waren, also vor der ersten Erwähnung des Gebietes als „Vierlande“ 1556. Über Jahrhunderte blieb der Hof bewirtschaftet und wurde mehrfach erweitert; der Wohlstand der Betreiber zeigt sich an reich verzierten Ziegelausfachungen des Haupthauses. Durch Heiraten und Erbschaften wechselten die beheimateten Familien; die zuletzt hier landwirtschaftlich tätige Familie Rieck gab dem Anwesen seinen heutigen Namen.

 

Um 1900 fiel der Hof in einen schlechten baulichen Zustand und drohte zu verfallen. 1940 übernahm die Denkmalschutzbehörde der Stadt die Gebäude und sicherte sie notdürftig. Ab 1949 erfolgten systematische Renovierungen am Haupthaus und am Ziehbrunnen durch einen dort wohnhaften Handwerker; 1954 begann der Betrieb als Museumsaußenstelle des Altonaer Museums. Ergänzend wurden typische Bauten und Geräte aus der Umgebung übernommen: eine hölzerne Kokerwindmühle aus Ochsenwerder, ein Backhaus aus Neuengamme, ein Heubarg aus Allermöhe und ein Gemüse-Ewer aus Ochsenwerder-Neudorf. Ein nach altem Vorbild angelegter Bauerngarten vervollständigt seit 1962 die Darstellung des vorindustriellen Lebens.

 

Heute zeigt das Gelände nicht nur Häuser und Inventar, sondern vermittelt in Aktionen und Führungen Schulklassen und Besuchern Alltag, Arbeitsweise und Kultur der hier lebenden Menschen über die Jahrhunderte. Die in den historischen Inschriften genannten Familien treten bis heute in den Vierlanden nachweisbar auf; die Familie Timm hat mehrfach lokale Ämter gestellt, die Familie Rieck ist über viele Generationen in der Region belegt.

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