Im historischen Zentrum von Halle (Saale) bewahrt das Archäologische Museum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die universitären Sammlungen antiker Kunst und Kultur. Es ist im zwischen 1889 und 1891 errichteten Gebäude am Universitätsplatz untergebracht, das seit 1922 den Ehrennamen Robertinum trägt.
Die Wurzeln des Museums reichen ins 19. Jahrhundert: Die 1817 gegründete Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg beschloss 1841 die Anlage einer archäologischen Sammlung. Nach der Eröffnung eines kleinen öffentlichen Museums im Jahr 1849 blieb der Ausbau lange Aufgabe der Lehr- und Forschungstätigkeit; erst 1891 konnten die Bestände in ein eigens errichtetes Museumsgebäude am Universitätsplatz überführt werden. An diesem Standort wurde die Sammlung fortlaufend erweitert und 2016 das 125-jährige Bestehen der Gebäudeeinweihung begangen.
Als einziges Haus in Sachsen-Anhalt, das ausschließlich antike Kunst und Kultur des Mittelmeerraums zeigt, umfasst die Sammlung Objekte aus Vorderasien, dem alten Ägypten, Griechenland, Etrurien und Rom. Zum Bestand gehören über 800 Gipsabgüsse antiker Plastiken, Daktyliotheken, galvanoplastische Nachbildungen sowie Aquarelle pompejanischer Wandmalerei. Die Ursprünge liegen in einer universitären Münzsammlung, die maßgeblich zur Etablierung der Numismatik an der Universität beitrug; in diesem Kontext wird auch ein früher Besuch Winckelmanns in Halle diskutiert.
Das Museum diente und dient als Lehrsammlung und öffentliches Forschungsmuseum. Es bewahrt neben wenigen altorientalischen Schrifttafeln und ägyptischen Papyri vor allem eine umfangreiche Münzsammlung sowie zahlreiche Vasen, darunter Werke des Achilleus-Malers und des Niobiden-Malers. Zu den bekanntesten Exponaten zählt eine panathenäische Preisamphora aus etwa 562–558 v. Chr., eines der ältesten erhaltenen Gefäße dieser Art.
Seit 2008 erscheint eine eigene Schriftenreihe des Museums. Mit regelmäßigen Studioausstellungen und Kooperationen, etwa mit dem Kunstmuseum Moritzburg und dem Goethe-Museum, ist das Haus öffentlich präsent und partizipiert an interdisziplinären Forschungs- und Ausstellungsprojekten.