Römerbad am Tegelberg

Tegelbergbahn-Talstation, 87645 Schwangau, Deutschland

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Straße
Tegelbergbahn-Talstation
PLZ/Ort
87645 Schwangau
Land
Deutschland
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Web
http://www.schwangau.de/die-roemervilla-am-tegelber-454.html
Tags
#Historik #Römer

Beschreibung

Am Fuß des Tegelbergs liegt die archäologische Stätte der Römersiedlung Tegelberg, eine Anlage des 2. Jahrhunderts n. Chr. nahe Schloss Neuschwanstein bei Schwangau im Landkreis Ostallgäu, Bayern. Bekannt geworden ist der Fundkomplex vor allem durch die gut erhaltenen Fresken des Kaltbades (Frigidarium), deren Konservierung und Teilrekonstruktion heute in der Archäologischen Staatssammlung München zu sehen ist.

Die Siedlung erstreckt sich im Bereich der heutigen Tegelbergbahn am Hang der Hornburg (1172 m) und in Blickbeziehung zum höheren Tegelberg (1881 m). Das Gelände wird durch Rautbach und Lußbach entwässert; historische Gewässer und spätantike Befestigungen in der weiteren Umgebung dokumentieren die Einbindung dieses Ortes in das Netz römischer Verkehrswege und Nachbaransiedlungen.

Archäologische Eingriffe begannen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und setzten sich in mehreren Kampagnen fort, zuletzt mit Rettungsgrabungen bei Bauarbeiten in den 1960er Jahren sowie Konservierungsmaßnahmen in den 1990er Jahren. Dabei wurden mindestens drei Hauptbauten freigelegt. Ein Wohnhaus wurde teilweise zerstört, ein Wirtschaftsgebäude konserviert, und ein kompaktes Badehaus mit Hypokaustanlagen konnte umfangreich dokumentiert werden. Die Forschungsdebatte verknüpft die Befunde mit einer größeren, möglicherweise villa rustica-ähnlichen Struktur, die in Zusammenhang mit Erzgewinnung am Tegelberg zu sehen sein könnte. Im 3. Jahrhundert endet die Besiedlung offenbar infolge eines Murgangs oder kriegerischer Ereignisse; Erzabbau setzte sich bis ins Mittelalter fort.

Das Badegebäude zeigt die typischen Abfolgen von An- und Auskleideraum, Laubad, Kalt- und Warmbad sowie einem Schwitzraum mit halbrunder Apsis. Im Apodyterium wurde die Deckendarstellung des Raubes des Ganymed beschrieben. Die Fresken lagen durch einen Murenabgang in außergewöhnlich gutem Zustand vor; ihre Restaurierung ergab zwei Übermalungen, vorherrschend ist ein mitteldunkles Blau mit markanten roten Gliederungen und figürlichen sowie ornamentalen Motiven. Ein Münzfund aus der Regierungszeit Antoninus Pius datiert die Anlage in die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Die Befunde stehen als eingetragene Bodendenkmale unter dem Schutz des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes; Ausgrabungen und systematisches Sammeln bedürfen einer Genehmigung, Zufallsfunde sind den Behörden anzuzeigen.

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